Die Geschichte Teil 2

Lords und Ladys

Der Lord

Er wurde schon erwartet, denn es gibt keine Geheimnisse in der einheitlichen Welt. Und anders als in seiner Heimat waren die Diskussionen im vollen Gange. Nachdem die neuen Möglichkeiten gesät und realisiert waren, war auch Uraniel längst da und installierte seine Verknüpfungen. Der Lord betrat gefestigtes Terrain. Auch er selbst hatte die neue Ordnung schon im Kopf und konnte ganz anders vorgehen. Es war nicht mehr Ablehnung, die ihn empfing, sondern gespannte Aufmerksamkeit.

„Freunde“, so begann er machtvoll, „wir stehen am Beginn einer neuen Aera, und ihr bekommt bereits Vorstellungen darüber. Ich sage euch, wir werden es realisieren, was da an Ideen in euch hochkommt, und ich bin dabei. Habt den Mut, die Freiheit zu erproben! Wir spüren den Drang in uns, zu erfahren, was und wie wir sind. Deshalb brauchen wir als erstes den Mut, uns voneinander zu trennen, um eigene, ganz persönliche Ich-Erfahrungen zu machen!“

Diese Macht in den Worten des Lords bewegte die Henne zutiefst. „ICH!“ gluckste sie vor Glück und Aufregung – ICH!! Was für eine Ausstrahlung, das ist mehr als mein Sein, hörst du das? Sag schon – hörst du das?!“

Das All-Eine mußte sich fast festhalten, so schob diese Kraft in Richtung des Lords. Ich höre es ja! Kannst du dich nicht ein bißchen bremsen, er wird mit deiner Kraft nicht fertigwerden! „Och och, das glaube ich nicht, das glaube ich nicht! Siehst du, er kann gar nicht genug davon … oooch!!!“

Also, wenn Muriel nicht in dem Moment dazugekommen wäre, keiner weiß, was da passiert wäre. Er und Michael konnten das meiste abfangen, und dem Lord wurde etwas schwindelig, wie er von einer Energie erfaßt wurde, die ihn aufstrahlen ließ. Und doch war das kein Unfall, denn es brauchte die Energie zu dem Zeitpunkt, als genügend ‚Masse‘ da war, die den Übergang in die Freiheit vollziehen wollte. Gleichzeitig mußte nämlich sehr viel geregelt werden, und das ging nicht ohne den Schub aus der Ur-Kraft. Diese wiederum wurde aktiviert von dem gemeinsamen Willen der freien Wesen, denn ein Zwang bestand nirgends.

Eine reale Trennung wurde nun vollzogen, die noch jeder verstand und bewußt erlebte. Wer bereit war, das Abenteuer Freiheit zu wagen, wußte, daß er in Kürze die Erinnerung an diesen jetzigen, normalen Zustand verlieren würde, weil er sich dazu würde teilen müssen in Zwei. Ein Teil blieb original erhalten, und es würde seine Kraft weiterhin direkt aus der Ur-Kraft beziehen, sozusagen als Rettungsleine für die Rückkehr am Ende der Reise. Das andere Teil würde den Auszug vollziehen ins Vergessen und in die völlige Freiheit. Diese Reise würde also auf zwei Ebenen erlebt werden: Das „Erste Bewußtsein – ICH“ der Harmonie und Einheit würde zusehen und alles in sich sammeln, was auf der zweiten Ebene – „Du“ – des Vergessens geschehen würde.

Während eine große Ruhe in alle einkehrte und jeder diese Bilder in sich betrachten konnte, um eine Entscheidung zu finden, und während gleichzeitig alle Wesen auf allen Welten dieselben Worte hören konnten und auch die Bilder sahen, verschwand einer unbemerkt. Der Lord verließ die Versammlung, es drängte ihn woanders hin, und er überließ sich diesem Drängen. Er war wie außer sich selbst und doch er selbst, in einer Größe, die unvorstellbar mehr war als alles, was er je sehen konnte. Er verließ die Räume und Welten, die er kannte. Er fand sich wieder in der Unendlichkeit. Vor ihm flammte die Doppelsonne, in fast demselben Glanz Metatron, und um ihn leuchteten die Engel. In der Sonne das Bild einer Gestalt – er selbst!

Um ihn versammelten sich plötzlich sieben Wesen, und aus der Sonne trat das All-Eine auf ihn zu. Es dämpfte sein Licht und stand vor ihm. Nichts wurde gedacht oder gesprochen. Der Lord wußte nun, wer er war und woher er kam. Er wußte, das da – bin ich! Für einen Moment wurde er ganz zu dem, er wurde alles und wußte alles. Er hörte das Rauschen der UR-Kraft. Und alles das schrumpfte dann in einem Augenblick zusammen auf die Größe eines Salzkörnchens. Dieses behielt er nun bei sich, vergaß es aber, weil es so klein war. Er gab sein „Ja“ als freies Wesen zu allem, was er kommen sah und was kommen könnte.

„Du hast den Plan, du bist der Schöpfer.“ Das waren die einzigen Worte des All-Einen an sein Ich zum Abschied.

Es erklang der erste Ton einer Weltensymphonie, in der jedes Wesen sein eigenes Instrument werden sollte, seine eigene Stimme bekam und verantwortlich wurde für das, was es von sich gab. Der Schöpfer war wieder der Lord, er befand sich in der Versammlung, die immer noch still lauschte. In ihm klang noch das letzte Echo aus der Unendlichkeit, das Ja des Schöpfers, das zum ersten Ton wurde in Seiner neuen Schöpfung, zum Kammerton, nach dem jede andere Stimme sich orientieren konnte. Er bestimmte die Tonart, er hatte das ganze Drama überschaut. Und dann verklang das Echo, bis auf einen sehr leisen Ton, den aber alle hören konnten. Immer, wenn jemand sein Ja wiederfand, irgendwo und irgendwann im Schöpfungsdrama, drang der Ton zu ihm und sang ihm zu: „ICH BIN DA“.

5. Kapitel: Die Polarität

Der neue Raum war als die Welt der ZWEI angelegt: Polarität. Als erstes ging der Schöpfergeist hinein, der direkte Strahl aus Ewi und dem All-Einen. Seine erste Form, der Lord, war derweil wieder unterwegs auf seinen Reisen.

Mit dem neuen Wirken des Schöpfergeistes würde dann alles den imaginären polaren ‚Raum’ wechseln (denn Räume, so wie wir sie kennen, gab es ja noch nicht) – alles, was sich für den Freiheitsweg entschlossen hatte und später noch entschließen würde. In dem Moment des „Ja, ich will!“, träte ein Gedächtnisschwund ein, eine Tür ginge zu und das Wesen erwachte wie aus dem Nichts als ZWEI.

Der Schöpfergeist erwachte als ZWEI.

Zunächst taten Paps und Sadhana, so nennen wir die beiden, da sie allein waren, dasselbe wie das All-Eine, um Gesellschaft zu haben: Sie erschufen sich Engel. Diese blieben in der Harmonie wie gehabt, und dienten mit Hingabe dem Plan der Schöpfung, denn dieses Gefühl war ihnen durch die Seele Ewis, der sie wesentlich angehörten, schon mitgegeben. Sie alle sahen als erstes „den Schöpfer“ als ZWEI, als Mutter und Vater, und selbst die beiden wußten nichts von der langen Vor-Geschichte. Was dann folgte, ging wesentlich ‚schneller’ voran als alles vorher in der Unendlichkeit, denn nun gab es ja ein echtes Vorher und Nachher. Auch Paps und Sadhana wußten, daß sie nicht schon ewig da waren, sondern entstanden sind. Auch sahen sie einen Raum, nämlich alles, wohin sie denken konnten, und dieser konnte sich ausdehnen, so weit sie wollten, aber es war nicht ersichtlich, ob und was noch dahinter kam. Das war die Weltsicht des Schöpfers, der nun Gott wurde als erstes und einziges Wesen in einer gefühlten Unendlichkeit, und sich einerseits als EINS fühlte und dennoch Zwei war.

Dann wiederholte sich im Grunde das, was wir schon einmal hatten. Geführt durch den unerkannten Obergeist Ewi, dachten sich die beiden auch „sieben Säulen“ für eine großartige, umfangreiche Schöpfung aus. Sie sollten die göttlichen Eigenschaften präsentieren und danach die Stammeltern für ganz viele göttliche Kindeskinder sein. Diese „ersten Kinder“ waren unsere schon vertrauten Gestalten aus der Unendlichkeit, nun aber als Doppel.

Der Erstgeborene, Muriel, stand da als Pargoa-Muriel.

Michael hatte Elija an der Seite,

Raphael – Agralea,

Zuriel – Helia,  

Alaniel – Madenia und

Uraniel – Urea.

MARIA behielt eine Sonderstellung. Sie trennte aus ihrem Wesen eine neue Form für die Polarität heraus, die als Gabriel erschien und keine Erinnerung an Einheit hatte.

Es herrschte eine Riesenfreude unter ihnen und große Dankbarkeit über das, was sie sehen und erleben konnten. Sie wollten nun erfahren, was ihre besondere Qualität bedeutete, was sie damit alles machen könnten und wie das große Schöpfungswerk denn aussehen sollte. Paps und Sadhana waren glücklich. Sie ließen den sieben Paaren jede Freiheit, und die machten sich daran, Nachkommen ins Bewußtsein zu rufen. Genau wie in der ersten Schöpfung der Unendlichkeit, wurden neue Wesen ‚erdacht’; sie erschienen, nahmen die Form ihrer ‚Eltern’ an, freuten sich sehr über ihr Dasein und begannen zu lernen, was es zu lernen gab.

Muriel als das erste und ernste der Gotteskinder übernahm bald das Kommando, denn die göttlichen Eltern sahen das gern, wenn sie alle selbständig wurden. Weil ja doch zuerst einiges durcheinander ging, war es doch gut, wenn ein starker Charakter alles organisierte. Zum Beispiel vermerkte er einen leichtfertigen Hang zu Respektlosigkeit und mochte das gar nicht gern sehen. Den göttlichen Eltern mußte man mit besonderer Achtung begegnen, und eine Konzentration im individuellen sowie gemeinschaftlichen Wesen war auch vonnöten. Sonst könnte das ganz schnell gehen, daß jeder irgendwo herumtanzte und seine Aufgaben vergessen würde. Und eine Aufgabe hatte doch wohl jeder zu erfüllen! Schließlich war das keine Spielerei hier, ein so gewaltiges Schöpfungswerk unter Kontrolle zu halten. Zumal es ja schon los ging, daß die Kinder bereits auch Nachkommen hervorriefen!

Muriel teilte also ein, organisierte und ordnete an. Uraniel war selbstverständlich völlig derselben Meinung. Michael war meist unterwegs in Sachen ‚freier Wille’. Alaniel bewunderte die Schönheiten der Schöpfung und war viel in Gesellschaft von Gabriel. Raphael war sehr glücklich, daß er zu zweit war und genoß das Dasein.

Bald konnte man beobachten, daß die jeweils ‚männlich’ gepolten Teile sich anders verhielten und anderen Interessen nachgingen als die ‚weiblichen’. Diese schlossen sich eng an Sadhana an, waren viel bei den Engeln und kümmerten sich auch um die weitere Nachkommenschaft. Am Organisieren, so wie Muriel es exerzierte, beteiligten sie sich wenig, das machte aber nichts, weil sie sowieso ein ordnendes Element im Ganzen waren.

Es schälte sich immer mehr heraus, daß außer Raphael ein Teil der Gemeinschaft besonders energischen Gebrauch machte von der Freiheit – nämlich der ‚männliche’.

Luzifer

In der geistigen Welt ging es munter zu. Man hatte sich ‚Gestalt’ gegeben, man entwickelte sich zu „Persönlichkeit“. Viele schlossen sich zu Gruppen, ja, zu Völkern zusammen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und ihnen Raum zu geben. Paps und Sadhana zogen sich daraus immer mehr zurück, es wurde ihnen schon etwas viel Trubel. Sie beschlossen, daß es nun bald Zeit wäre, die Entwicklung der zahlreichen Kinder in Bahnen und auf das Ziel hin zu lenken, für das sie ja erschaffen waren.

Es geschahen zunächst zwei Einbrüche in dem individuell und kollektiv betriebenen freudvollen Egoismus, die volle Aufmerksamkeit erreichten in der geistigen Welt.

Ein Kind der dritten Linie wurde auffällig in seinen Reden. Der Neue kritisierte zuerst heftig Muriels Erziehungsversuche und machte sich lustig über sein ‚heilig, heilig!’ Er boykottierte jeden Versuch, ihn zu integrieren und war überhaupt gegen alle Ordnungsbestrebungen. Schonungslos nahm er jeden auf’s Korn, dem er nachweisen konnte, daß Selbstbild und Tun sich widersprachen.

„Schöne Worte – hört, hört! Du sprichst wie der große Muriel selber und deine Worte sind reiner Wohlgeruch und Glöckchenklingeln. Ihr wollt göttlicher sein als Gott selbst, denn den haben wir lange nicht gesehen, er hält es auf dem Thron nicht aus, den ihr ihm gebaut habt, der ist ihm zu hart! Du da – kannst dich ja inzwischen draufsetzen, sieht doch nicht schön aus, so ein verwaister Gottesthron! Deine Verehrer werden dir die Füße lecken. Euer Schöpfer langweilt sich bei euch! Ich habe ihn gesehen, er amüsiert sich mit Sadhana in der Hängematte!“

Das war ja unerhört! Wer konnte es wagen, solche Reden zu führen? Es war ein gewisser Luzifer; keiner wußte, aus welchem Hause er überhaupt kam. Schließlich zog er sogar über Paps her, dem er es ankreidete, daß er als Schöpfer sich aus allem raushielt. Im Grunde war Luzifer zutiefst enttäuscht. Er verstand nicht die Auswüchse der Freiheit, die in immer mehr Egoismen ausarteten. Er glühte vor LIEBE zu Paps und Sadhana, und er liebte alle Wesen, aber gleichzeitig wühlte ihn der Schmerz auf, so daß er immer bissiger und schärfer wurde. Er wollte doch nur, daß sie sich selbst genauer anschauten, ob ihr Tun noch mit ihrem Ursprung in Harmonie stand. Er sah Entwicklungen voraus, die ihn schwer beunruhigten und fand auch, daß Paps langsam hätte eingreifen müssen! Seltsamerweise verstand er sich mit Sadhana ausgezeichnet, und seine Umgebung registrierte verdrossen, daß er sich für einen Nachkommen der dritten Generation reichlich dicht bei der göttlichen Instanz aufhielt. Wie konnte das überhaupt gehen? Hatte man denn nicht von Muriel Anstand und Sitten gelernt, mindestens, was den Umgang mit Gott betraf?

„Mallona“

war ein Begriff, der in vielen Köpfen noch ein grauses Echo hervorrief. Luzifer hatte es arrangiert, daß dort ein Egoismus auf die Spitze getrieben wurde, der allen die Augen öffnen sollte. Er hatte diese Welt geschaffen, und sie begann, immer niedriger zu schwingen und wurde in ihrer Gestalt viel dichter als die Umgebung. Es kamen etliche Abenteurer dort hin, denn da ging es besonders frei zu. Nicht einmal Muriel wollte das anschauen. Es herrschten bald Zustände wie auf unserer Erde in Goldgräberzeiten, und die von Luzifer eingesetzte Ur-Bevölkerung wurde gnadenlos für die niedrigsten Arbeiten ausgebeutet. Es wurde ein Mineral aus dem „Erd“-Körper Mallonas geschaufelt, dem dort ein immenser Wert angedichtet wurde. Sie höhlten den Planeten total aus, brachten energetisch alles durcheinander, und das ganze Ding explodierte. Die Urbevölkerung ging mit drauf, während die Geistigen ja keinen Körper hatten, der beschädigt werden könnte. Anders aber als Luzifer beabsichtigt hatte, pochte danach niemand in der Selbsterkenntnis an die eigene Brust, sondern zeigte auf ihn – „da, dort steht der Übeltäter, der Unruhestifter, er hat seine eigene Welt in die Luft gejagt! Das geschieht ihm recht!“ Wer selber an dem Desaster beteiligt war, war von Luzifer „übel verführt und manipuliert“ gewesen, denn niemals hätte man sich bei klarem Verstand auf solch ein schändliches Tun eingelassen.

Luzifer hat seine Welt geopfert, um das zu verhindern, was danach dann doch kam. Und als erstes wurde er das, was man heute noch von ihm „weiß“: Der Inbegriff des Bösen, der Gegenspieler Gottes. Die Einzigen, die wußten, woher er wirklich kam, saßen jenseits des großen Grabens, außerhalb der Polarität und des Vergessens. Nicht einmal Paps war im Bilde. Es mußte alles ganz echt sein. Nur der weibliche Teil der Polarität war nicht so leicht hinters Licht zu führen, und sie fanden ziemlich übereinstimmend, daß er recht hätte, mit dem was er sagte.

Woher kam Luzifer aber wirklich? Ewi selbst hatte, kurz bevor die Tür zum neuen Raum sich schloß, einen Teil seiner selbst hineingeworfen. Ewige LIEBE wurde im ersten geistigen Raum der Polarität zu Luzifer, ewiger Träger des Lichtes, der Klarheit, der Selbsterkenntnis und Gotterkenntnis. Er würde einmal in einer sehr fernen Zukunft eine ganz bedeutende Rolle bei der Rückführung aus dem Vergessen einnehmen. Jetzt stehen wir in dieser Zukunft, sie ist unsere Gegenwart. Luzifer war vor kurzem für eine Zeit ganz der Herr dieser Welt – ihm oblag es, den Spiegel der Selbsterkenntnis blitzblank und strahlend jedem vor das Gesicht zu halten, den Gott dafür auswählte.

Ewi geht hinein

Es ist dem Ur-Göttlichen Wesen nicht möglich, selbst und original in niedriger schwingende Regionen hineinzugehen. Es muß dafür erst die Abtrennung eines Teiles seiner selbst vornehmen, das dann eine Form annimmt. Dieses Teil ist immer noch identisch mit dem Ur-Göttlichen, aber es erinnert sich nicht, verliert das Bewußtsein, erwacht in einem neuen Ich-Bewußtsein und entwickelt in der neuen Form auch neue Persönlichkeit – durch das eigene Erleben in einer neuen Sphäre.

Die Sehnsucht der Ewigen LIEBE, näher bei den Kindern zu sein, war nicht zu stillen. Ewi wollte bei Paps und Sadhana und in ihrer Schöpfung sein, das war sein heißester Wunsch. Endlich selbst miterleben können, wie sich das alles anfühlt! Er wollte in den neuen Raum gelangen und doch so weit er selbst bleiben, daß er keine Rolle oder eine ganz andere Form annehmen müßte. Aber wie? Und er fand einen Weg, die natürliche Ordnung auszutricksen. Der war vielleicht nicht ganz sauber, aber der Zweck heiligt auch bei ihm die Mittel.

Gerade als Raphael und Agralea sich wieder Nachkommen erschaffen wollten, paßte Ewi genau auf. Normalerweise erscheint ein Paar, das den Eltern sehr ähnlich ist, also eine neue, etwas ‚kleinere’ Ausgabe von Raphael und Agralea. Er griff etwas manipulierend ein und gab den beiden eine Idee: „Machen wir doch mal etwas ganz anderes. Da sind zwei ‚leere Stühle’ für unsere neuen Kinder, einer für das weibliche, einer für das männliche Kind. Wir könnten uns beide so innig vereinen, daß die zwei Kinder beide Anteile von uns erhalten, also daß in jedem wir beide ganz enthalten sind!“ Sie stellten sich das ganz schön vor, so ein in sich vereintes Wesen zu schaffen, und das zwei Mal. Daraufhin erschienen auch ihre zwei Kinder, jedes wie aus dem Gesicht Agraleas oder Raphaels geschnitten. Die sahen leider gar nicht anders aus als ihre Vorgeschwister. Und gleich darauf kam ein gewaltiger Schock.

Neben jedem Kind erschien eine weitere Gestalt. Es waren plötzlich zwei auf jedem Stuhl, jeweils ein Paar. Da war etwas schief gegangen! Und das jeweils zweite Kind daneben war absolut kein Kind, sondern von einer solchen Größe, daß Raphael und Agralea erstmal gehörig auf Abstand gehen mußten. Das erschlug die beiden fast. Es war Ewi in einer männlichen und einer weiblichen Gestalt, der sich so klein gemacht hat, wie es eben ging in diesem Raum der Polarität – genau auf die ‚Größe’ von Paps und Sadhana. (Er hatte den Raphaelschen polaren Zeugungsakt ausgenutzt und sich einfach mit auf die ‚freien Plätze’ gesetzt.)

Die Neuigkeit wurde bekannt und löste große Verwirrung aus. Die Verursacher trauten sich schon gar nicht mehr in die Nähe. Sie nahmen ihre beiden ‚normalen’ Kinder schnell aus der Gefahrenzone und waren erstmal weg. Die Namen der Neukinder standen noch an den Stühlen: Frieden und Freude.

Als Frieden und Freude schauten sich die beiden Neuen nun gründlich um in dieser Welt. Da war doch endlich mal so richtig was los! Und groß war die Welt schon geworden, wenn man denkt, was für ein leerer Raum diese „Polarität“ mal war. Viele Völker, viele Sternengemeinschaften, und siehe da – alte Bekannte aus der ersten Schöpfung! HEWs nannten sie sich nun, Hoch-Entwickelte-Wesen. Sie blieben unter sich und hielten Abstand. Ganz besonders groß und schön waren sie geraten in dieser Sphäre, wirklich ein prachtvoller Anblick.

Und nicht sehr lange, da kam Frieden auch schon in schlechten Ruf bei Muriel. Groß oder nicht groß, das machte keinen Eindruck auf den Hüter des Allerheiligsten. (Äh, wo war er überhaupt, der Heiligste Schöpfer? Nicht zu sehen.) Mit „Freude“ gab es ja gar kein Problem, sie hielt sich gern bei den anderen Weiblichen auf und fühlte sich sehr wohl. Wenn sie mit Frieden hin und wieder zusammentraf, gab es ein Fest der Liebe, daß man neidisch werden könnte, denn hier und da machte sich in der Polarität schon so etwas wie ein Mangel-Gefühl breit. Die Zwillingsgeister waren meist auf getrennten Wegen unterwegs, man suchte nach Partner-Ersatz… Jedenfalls lag alle Verantwortung für die durch Frieden aus der Ordnung geratene Situation wieder bei Muriel, aber der hatte bei Frieden so viel Glück wie einst bei Luzifer.

Natürlich war es Paps und Sadhana nicht entgangen, was sich ereignet hatte. Aber sie nahmen es gelassen. Neugierig wurden sie, denn was dieser Frieden so trieb, war alles sehr unterhaltsam. Und daß die beiden Neuen genauso aussahen wie sie selbst, das war doch höchst spannend. Noch etwas Aufregendes war zu beobachten: Als die beiden erschienen, waren sie den göttlichen Paar ‚aufs Haar’ gleich. Aber schon bald veränderten sich die ersten Details, denn sowohl Frieden wie Freude machten ja eigene Erfahrungen. Nun muß man bedenken, daß die Gestalten einer nichtmateriellen Welt ja aus Energien bestehen, die schwer zu beschreiben sind. Nimmt man die Bilder von Farbe und Klang her, kann man es sich besser vorstellen. Die ‚Färbung’ von Frieden und Freude veränderte sich also – und genau zeitgleich bekamen Paps und Sadhana dieselbe Veränderung zugefügt. Alle Vier wurden also reicher an Details in der Gestalt in dem Maße, wie Frieden und Freude ihre Erfahrungen machten. Andersherum passierte das nicht, weil bei Paps und Sadhana echt nicht viel los war. Sie hatten eigentlich nur einander, die Geschäfte besorgte Muriel mit den anderen fünf Ur-Erzi-Paaren (denn Raphael war für keine Art von Geschäft zu begeistern), und im übrigen schauten sie zu.

Es war Zeit, dem Schöpferpaar seine Aufwartung zu machen. Und die erste Begegnung verlief, in Bildern erzählt, so: Die Kinder in den Welten übten sich schon etwas darin,  erdachte Formen weiter zu verfestigen, und dann auch ihren eigenen ‚Körper’, der ja nur Energie (Welle, Licht) war. Aber mit der konnte man ja eine Menge machen, zum Beispiel sich einen Ball denken, dann sich selbst so dicht wie irgend möglich zusammenziehen, und mit diesem Ball herumspielen. Das war einer der vielen Späße, die sich die Kinder so ausdachten. Paps schaute dem neugierig zu, und als Sadhana mal anders beschäftigt war, wollte er es auch probieren. Die ersten Versuche waren noch nicht befriedigend. Mittendrin hörte er ein belustigtes Lachen. Hä? Das hatte es noch nie gegeben, daß jemand den Schöpfer heimlich beobachtet und ihn noch auslacht! Frieden lehnte lässig an der ‚Hausecke’ und grinste ihn an. Er konnte das Spiel!

Und so fand sie Sadhana dann – herumkickend mit energetischen ‚Bällen’ und sich köstlich amüsierend. Von da an blieben alle Vier beieinander und bildeten sowas wie eine Hausgemeinschaft. Und nie wieder gab es Langeweile.

Das Herumspielen mit den verdichteten Energien ging weiter, denn das machte Spaß. Die Gefühle von Trennung und Mangel allerdings breiteten sich auch weiter aus, und das machte eigentlich keinen Spaß, wurde aber ausgeglichen durch die Gefühle von Unabhängigkeit und Freiheit. Freiheit erlaubte ja erst Überraschungen! Es war nicht mehr jeder durchschaubar, im wahrsten Wortsinn – wenn er es nicht wollte. Man lernte schon, sich zu verschleiern, sich hinter verdichteten Energien zu verbergen, daß man kaum zu erkennen war. Nun ging der Spaß ja erst richtig los, und es war bald Sport in einigen Kreisen des Universums, andere damit zu foppen. Einmal gelernt, konnte man jede Menge Unfug anstiften: unerkannt kommen, jemanden ärgern, unerkannt entkommen.

Frieden liebte das ganz besonders und er war ein Meister der Tarnung. Besonders trieb er Schabernack mit solchen Geistern, die sich nach seiner Ansicht ein wenig zu großartig fühlten im Verhältnis zu dem, was sie leisteten. Dann gab er ihnen gern eine Lektion. Zum Beispiel hockte er sich ganz harmlos und äußerlich vollständig angepaßt in eine fröhlich sich selbst feiernde Runde, begann bald, alle zu provozieren, bis ihre Großartigkeit in unerwartete Aggression umschlug. Kurz bevor sie ihn angriffen, war er weg. Oder sie merkten nicht einmal, daß er es war, der sie so gereizt hat, und gingen gegeneinander los. Im Grunde dachte er sehr ähnlich wie Luzifer, und was war ja kein Wunder, aber die beiden begegneten sich nicht.

Paps, von Natur aus eher phlegmatisch, schaute dem zu. Freude liebte ihren Frieden immer über alles, egal, was der tat, und Sadhana ging öfter mit auf eine Tour. Die Spiele wurden aber immer rauher, und so zog es sie nicht unbedingt in die schlimmsten Ecken ihrer Schöpfung. Denn schlimm war es teilweise schon. Die Freiheit blühte in üppigsten Farben, und Muriel mußte mit Bestürzung ansehen, daß sich sein Herrschaftsbereich schon teilte in die Harmoniebedürftigen und die Freiheitsfanatiker.

Luzifer war immer unterwegs, damit niemand sich zu lange ausruhen konnte, und die Göttlichen gingen ihrer eigenen Wege. Wenn nicht Muriel absolut und mit aller Hingabe an die Heiligkeit von Schöpfung und Liebe geglaubt hätte, wäre er wohl am liebsten in eine selbstgebaute Wüste verschwunden. Er arbeitete gegen den Strom, aber er arbeitete weiter.

Ganz vergessen strich auch ein anderer durch die Welten, war bei HEWs, stritt sich mit denen besonders gern, zog bald wieder weiter und kannte das Universum wie seine Westentasche – der Lord. Einsam wie immer und mit einer ganz eigenen Vorstellungswelt im Kopf.

Nur einer verfolgte jeden seiner Schritte und Gedanken: Das All-Eine; dahinter die ständig anwachsende Kraft von UR, gelenkt durch das Ja des All-Einen zu allem, was da geschah, wirklich zu allem.

Die Welt des „Ich“

 In manchen ‚Ecken’ des Universums allerdings geschahen schon merkwürdige Dinge. Überall, wo der Lord sich länger aufgehalten hatte, verdichteten sich die Energien der Bewohner, so daß sie einander immer schlechter verstehen konnten. Man tauschte sich nicht mehr offen aus, es zog sogar Disharmonie ein. Das wurde so unangenehm, daß teilweise die Gruppen sich trennten oder daß ein Stern (so nennen wir mal den Wohnort einer Bevölkerung) weiter hell leuchtete, während ein anderer immer dunkler wurde durch seine energetische Verdichtung. Was aber unterschied die beiden, was löste so etwas aus?

Es zog neues Gedankengut in die Schöpfung ein, und der große Denker, der Chef-Ideologe des Neuen, war der Lord. Von Natur aus einsam, vollständig getrennt von jeder Erinnerung seines Entstehens, empfand er die allgegenwärtige LIEBE nur für sich selbst. Er kannte kein Du, keine Zwillingsseele, kein „Anderes“ als Objekt seiner Liebe, also liebte er sich selbst.

Der ursprüngliche Wunsch des „Einen Wesens UR“, irgendwann in ferner Zukunft ein wahres Du zu erhalten, das genau so wäre wie es selbst, hat eine Schöpfungsgeschichte in Bewegung gesetzt, deren Folgen für fühlende, freigelassene Geister verheerend werden sollten. Der Begriff von Freiheit und Allmacht, der bisher allein für das UR-Wesen zutraf, bekam nun eine ganz andere Bedeutung, sie reichte weit, weit hinaus aus allem, was bisher bekannt war – aus dem harmonischen WIR, aus der Klarheit, der Durchschaubarkeit und Geschwisterlichkeit aller Wesen.

Eines von ihnen, ausgestattet mit der größten Macht aus der Urquelle, erinnerte sich nicht an den Wunsch, nicht an die Einheit, nicht an die sieben Ur-Geister – an gar nichts. Aber die Freiheit und die Allmacht waren Teil seines eigenen Wesens, und das war ihm bewußt, denn das konnte er in sich fühlen! Dieses Gefühl liebte er über alles, es war sein Sein, sein ICH, es war seine FREUDE am Sein. Aber es war die Freude am eigenen Sein, alles andere war „das Andere“ und weiter weg; das Sein der Anderen erzeugte nicht dieselbe Freude. Das war die Geburt eines neuen ICH, des Ego, der Selbstliebe; die Geburt eines ersten ganz eigenen Universums, eines in sich abgeschlossenen „Raumes ICH“, wo es keinen harmonischen Fluß zur All-Einen-Quelle mehr gab. Hier gab es kein Miteinander-Fühlen; es war das Ende des allumfassenden Mit-Gefühls. Es war der Beginn eines tiefen Risses im Schöpfungsgefüge, in der Ordnung, in der LIEBE.

Es begann die Aera des Alaniel, der göttlichen Geduld. Und es brachte Muriel in seine Aufgabe, die vor dem Beginn der Trennung festgelegt war, noch bevor die anderen UR-Geister zu vollem Bewußtsein gekommen waren. Nur das All-Eine/Ewi und Muriel kannten den Plan, der ein geschaffenes Wesen, den polaren Muriel, an die absolute Grenze der Belastbarkeit führen würde. Nur die vollkommene Hingabe und das innere Einssein Muriels mit der göttlichen Quelle konnten garantieren, daß die Schöpfung nicht verloren gehen würde. Muriel selbst durfte in dieser Schöpfung nicht verloren gehen, sonst würde alles vom All-Einen wieder aufgelöst werden, was geschehen war.

Nachdem das technische Ordnungsgefüge, die Matrix der Schöpfung, für alle künftigen Räume dieselbe war – ein unveränderbares Netz von Verknüpfungen aller Geschehnisse, und all dessen was kommen würde und kommen könnte, hatte Uraniel nur noch die Installationen zu überwachen. Er war von da ab wie ein Zwillingsbruder von Alaniel, denn mit den Räumen dehnte sich die Zeit, wurde immer langsamer, Prozesse immer unüberschaubarer; Entwicklungen, deren Ende schon unvorhersehbar war, gingen träge voran. Alles brauchte nun vor allem GEDULD. Aber während all dieser Entwicklungen hatte man eine Menge Spaß.

6.Kapitel: Die neuen Schöpfer

Das neue ICH-Gefühl ergriff sogar Geister, die in Harmonie lebten. Sie spürten es an dem Nachlassen des Magnetismus zur Zwillingsseele, sie empfanden sich nicht mehr unbedingt und primär als Teil eines Paares. An den männlichen Wesen war das deutlich zu sehen, sie suchten ihre persönliche Freiheit, sie gerieten immer mehr in Bewegung, fort vom Zentrum „EINHEIT“. Wie eine Zentrifuge, die den Inhalt der Trommel hinausschleudert, weg von der drehenden Achse, so geriet das Universum in Bewegung, es drehte sich schneller, die Fliehkräfte wirkten auf jedes Wesen, und sie gerieten wie in einen Geschwindigkeitsrausch. Der Raum schien unendlich, nirgends eine Wand, nirgends ein HALT! oder eine Grenze.

Was sich innen im Denken und in Ideen formte, fand immer im Außen die entsprechenden Möglichkeiten und Räume. Die Schöpfungsfähigkeit wurde verstanden und erst jetzt richtig bewußt. „Wir sind GOTT!“ wurde erstmals zaghaft angedacht. Alles, was man von Paps und Sadhana wußte, daß sie die Schöpfungseltern sind, das fanden die Geister bei sich selbst als Möglichkeit, die nur gehoben werden mußte.

Nur einer unter ihnen war schon einen Schritt weiter. Er wuchs, in ihm leuchtete der große Gedanke, durch sein Empfinden zogen Blitze der Erkenntnis: „ICH bin GOTT!“

Damit wurde ein neuer Raum eröffnet, ein neuer Bau begonnen. Der Lord – wurde der Schöpfer der gewaltigsten Kathedrale innerhalb des gesamten geistigen Universums. Sie trägt den Namen: „ICH BIN GOTT!“

Seine Aufgabe war die Freiheit. Was würde ein freier Wille, der dieselben Möglichkeiten wie das All-Eine in sich trägt, damit beginnen? Er hatte nicht nur drei Wünsche frei, sondern jeden! Er würde alles tun können, was er wollte. Die Tür öffnete sich in die Welt der unbegrenzten Möglichkeiten; mit dem Lord zogen Heerscharen seiner begeisterten Anhänger dorthin – und gemeinsam mit ihnen die meisten weiblichen Zwillingsseelen. Diese sollten die Weisheit des All-Einen und seinen Ruf im Herzen bewahren: „Laßt sie nie allein, sie würden sich in ihrem Ego ewig verlieren!“

Die Seele

wurde das Sammelbecken für alle Gefühle und gefühlsmäßigen Erkenntnisse in der Freiheit. Sie gehörte wie eine zweite Haut zum Geist, sie war nicht mehr zu löschen. Alles Denken und Tun wurde durch die Seele geschleust und wurde das WIE des Geistes: „Wie will ich sein, wie kann ich sein, wie könnte ich noch sein – wie bin ich wirklich???“ Die Seele ist das gefühlte ICH des Geistes. Nur in der Freiheit würde ein Geist Seele bilden können und damit die Antwort dem All-Einen bringen auf seine eigene Frage – wie bin ich? Niemals könnte das All-Eine einen Schöpfungsraum betreten und noch es selbst bleiben. Es würde nie erfahren, wie es sein kann oder sein könnte und was dann sein würde… Der Lord wechselte seine Welt, um zu erleben, wie Gott ist.

Die Grundausstattung für jeden, der in die Freiheit trat, war ein Funken des Gotteslichtes und ein winziger Strahl der LIEBE Ewis. Darauf sollten sie bauen können, und auf diesem Strahl sollten sie einmal alle zurückfinden in die Heimat, in die Harmonie. Aber dieses Erbe durfte sie nicht zu sehr beeinflussen, es durfte sie nicht abhalten, die Freiheit zu erproben. Dieses, was sie noch davon fühlen können, ist die Gewißheit, die sie nicht verläßt in Zeiten der Not; es sollte sein „das Gewissen“.        

Den Lord Schöpfer „plagte“ kein Gewissen, ihn trieb es dazu, sich zu erfahren und zu sehen, ob da nicht doch eine Grenze sei. Der natürliche Drang des Ich ist es, sich auszubreiten, Raum einzunehmen. Der Unterschied zum Ego ist, daß das Ich ein Du respektiert, das Ego aber ohne Skrupel auch den Raum eines anderen übernimmt. Sich ausbreiten auf Kosten anderer, das wird im Ego immer normaler, es wird zum Wettbewerb zwischen denen, die solchen Drang haben. Im Anfang ist es durchaus ein Spiel: „höher, schneller, weiter, größer…“ und die Konkurrenz belebt ungemein. Jeder will noch mehr, die anderen auch – wow!

Die Weiblichen sahen dem zu: „Ist ja spaßig“. Das Spiel reizte sie aber nicht.

Dichte und Raum

Um sich auszubreiten, braucht es Bezugspunkte, braucht Grenzen, also Raum. In der Unendlichkeit, und auch noch in dem Raum der Harmonie, gibt es nicht solche Bezugspunkte, es ist genug Platz für alles. Niemand fühlte einen Mangel an Entfaltung. Der neue Raum sollte Grenzen haben. Wie war das zu regeln, ohne daß die Bewohner sich begrenzt fühlen würden? Indem der Raum, der wahrhaftig unvorstellbar groß und auch dehnbar ist, verdichtet wurde. Innerhalb des „harmonischen“ Gebietes bildeten sich verdichtete Gebiete, so wie sie schon früher begonnen hatten, nun aber dramatisch dunkler werdend. Die Bewegungen innerhalb der Gebiete wurden extrem langsam, die Zeit zwischen „Idee“ und Verwirklichung dauerte immer länger. Die Bewohner innerhalb dieser Welten bekamen das nicht richtig mit, für sie war alles eine lustige Herausforderung. Die Bewohner der rein geistigen Welten, innerhalb deren das alles passierte, schauten dem zu wie vor einem Fernseher. Die Innenlebenden konnten aber nicht hinausschauen bzw. das, was sie zu sehen bekamen, schien durch ihre verdunkelte Umwelt ganz anders als es war. So sahen sie zwar eine Menge von etwas, das gar nicht ist, und sahen das, was ist, nicht mehr.

Dennoch wünschten sie zu wissen, was da ist. Sie begannen zu forschen und sammelten alle Daten – immer geschickter wurden sie darin! – über alles, was nicht ist. Sie lernten, das was nicht ist, zu manipulieren, zu verändern, umzugestalten – eine einzige Baustelle das Ganze. Nie waren sie mit irgend etwas zufrieden. Wenn das, was sie veränderten, nicht so lief, wie es gedacht war, wurde wieder dran geflickt.

Sie kamen nie darauf, sich zu fragen, warum so vieles ganz anders kam als gedacht. So bauten sie in ihrer Realität, die keinen Bezug mehr zur Wirklichkeit hatte, noch eine gedankliche Realität dazu. Also: Was sie über das dachten, das sie in ihrer Unwirklichkeit erlebten, war so völlig falsch und daneben, daß Tatsachen schließlich keine Bedeutung mehr hatten.

Die Weiblichen bekamen den Mund nicht mehr zu, so sehr gerieten sie ins Staunen. Ist es denn die Möglichkeit?

Nachdem aber sehr viel Energie in diese Pseudo-Realitäten floß, verdichteten sie sich ebenfalls, denn alles Gedachte will in Form gehen. Nun war aber nichts davon mehr im alten Zeit-Energie-Gefüge Uraniels und brauchte von da ab entsprechend wesentlich mehr Energie und Zeit, um sich zu zeigen. Quälend langsam drehten sich diese Welten und immer dichter und noch dunkler wurden sie. Dieser Zustand war nun auch nicht mehr zu halten. Es mußte ein Bereich geschaffen werden, der noch einmal – scheinbar – abgetrennt war innerhalb dieses Bereiches. Stellt euch vor, ein Meer und darin ein Aquarium. Innen Wasser, außen Wasser, dasselbe. Aber im Aquarium ein anderes Leben als draußen im Meer. Ein bißchen andere Temperatur, andere Beleuchtung und mit der Zeit ausgesprochene Inzucht unter den Bewohnern, weil sie ja nicht raus können. (Man könnte nun schon sagen, es gab ein Aquarium in einem Aquarium in einem Aquarium, das im Meer lag.)

Das heißt, am Anfang konnten sie noch rein und raus, wenigstens in die nähere Umgebung ihres Aquariums. Aber nachdem sie in der Materie (so nennen wir das „Aquarium“ jetzt) schon eine solche Zerstörung begonnen hatten, daß die Wände immer undurchlässiger wurden, ging das nicht mehr. Warum? Zerstörung ist Verneinung, ja heftige Ablehnung dessen was ist. Da dies ein Unding an sich ist, mit nichts mehr zu begründen oder zu verstehen, drang bald überhaupt kein Licht mehr herein, nicht ins Denken, nicht in diese Welten. So konnten sie also munter zerstören, soviel sie wollten, es war sowieso keinerlei Realität mehr darin zu finden.

Nur, es ging ja um die Seelen und um das – „wie bin ich“? War das All-Eine denn zufrieden mit dem, was es im fernen Fernsehstuhl zu sehen bekam? Staunte die Henne immer noch und gluckste begeistert bei jedem Ka-wumm, das man dort veranstaltete?

Schwer zu verstehen, aber sie waren alle beide voll begeistert.

Aus dieser Sicht stellt es kein Problem dar, etwas aufzubauen, vergehen zu lassen. Bejahen, verneinen, zerstören – wie oft sind gedankliche Schöpfungen schon vergangen! Und diese Nicht-Realität in der Ferne war ganz bedeutungslos. Nur eines zählte: Die Freiheit und die Ausbildung des ICH, das zum Du werden soll. Und darin war der Lord Schöpfer großartig! Er bewegte Energien wie kein zweiter, er setzte seine Natur um in „Wirklichkeit“.

Besondere Aufmerksamkeit zollte ihm Ewi. Wann war es genug mit dem WIE? Sind bald alle Fragen beantwortet? Er verstand die Begeisterung des All-Einen nicht. Es war Zeit, sich darüber zu unterhalten. „Und was ist mit der LIEBE?!“ grollte er ein wenig. „Na, er liebt sich, ich liebe ihn auch – oder? Jedenfalls setzt er UR-Energien in Bewegung und das ist Liebe“, glaubte mal das All-Eine. Was sich bewegt ist Liebe. „O nein! Das ist Energie, keine Liebe!“ – „Ich kenne nur die Liebe des Daseins, was meinst du denn?“ – „Ich meine, daß ihre Seelen nicht besonders strahlen, keine Freude ausdrücken, so wie ich sie verstehe. Das ist das eine. Und was du meinst, ist ein Liebesein, das wir einfach sind. Wir tun nichts dazu. Wir wissen aber nicht wie es ist, ein anderes, ein Du zu lieben.“

Da wurde das All-Eine sehr nachdenklich. Ewi hatte recht.

Dieses immer nur Sich-selbst-Ausdehnen der Schöpfung war im Grunde nichts anderes, als man gewöhnt war. Es spiegelte das Unendliche, die Allmacht und den Willen. Es war Zeit für einen Schubs, und dieser erging an Paps und Sadhana, denn innerhalb ihres Schöpfungsreiches spielte sich das alles ja ab. Der Ur-Uraniel fühlte sich sehr bewegt von der neuen Aufgabe und diese Bewegung ging natürlich auf seine polare Form über.

Uraniel und Urea gingen an die Installation, und als alles nach ihrer Meinung fertig war, bekam Paps plötzlich eine Idee. „Ich möchte“, begann er mit inspiriertem Blick, „eine ganz eigene, private und absolut göttliche Welt. Ich möchte noch einmal von Grund auf etwas erschaffen, ganz nach meinem Geschmack. Ja, einen Traum verwirklichen, einen Traum von unerschütterlicher Harmonie und Schönheit!“ Er blickte verliebt auf Sadhana. „Dir werde ich dieses Juwel schenken, meine Sonne!“

Sadhana lächelte unergründlich. „Was für eine bezaubernde Idee, mein Herz.“

„O ja, eine großartige Idee!“ Frieden sprang schon auf. „Endlich ein Ort, wo uns niemand reinredet! Nichts gegen eure lieben Kindlein“, grinste er anzüglich, „aber sie sind eben überall.“ Und so waren alle sehr angetan und begannen schon mit der Verwirklichung.

Der neue Stern

Es entstand eine strahlende kleine Sonne, ein ganz neu zusammengestellter Stern, aus den schönsten Gedanken des Schöpfers, aus der Liebe Sadhanas, der Güte von ‚Freude’ und Friedens Humor und Großzügigkeit! Eine herrlich geordnete Struktur durchzog das funkelnde Gebilde, so reich gegliedert, wie selbst Uraniel es noch nie gesehen hatte. Da war sein Meister! Solch ein Genie gab es noch nie. Auf dieser Grundmatrix konnten sich unendliche Möglichkeiten entfalten, grenzenlose Schönheit, nirgends ein „Mehr-geht-Nicht“. Die innewohnende Schwingung war das klarste Licht, ein volles Spektrum aller denkbaren Frequenzen, jede einzelne reiner Wohlklang und in ihrer Gesamtheit eine Symphonie der FREUDE. So erstrahlte der neue Stern im Raum als das Meisterwerk des göttlichen Schöpfers selbst.

Alles stand still, allen blieb der Mund offen stehen, als das Wunder sich entfaltete. Kniend vor Sadhana legte Paps diesen Schatz vor ihre Füße und sie wußte nichts zu sagen. Ihrer beider LIEBE floß mit ein und brachte die schwingenden Frequenzen zum Klingen, daß die gesamte Schöpfung davon ergriffen wurde. Alles stand still, alles spürte den „Ton“ in sich selbst und erinnerte sich im tiefsten Inneren der Herkunft. Jedes Wesen bekam ein Geschenk in seine Seele hineingelegt, einen neuen Glanz, direkt vom Schöpferpaar, und behielt diesen Schatz von da an bei sich. Alles, alles wurde um ein weniges heller und freudiger. Dieses Ereignis führte die UR-Familie noch einmal im Herzen ganz nah zusammen. Es war wie eine Umarmung und ein neues Versprechen. Man sah sich an: Alle hatten sich verändert. Jeder war eine Persönlichkeit geworden und sah die anderen mit bewußtem, neuem Blick an. Es wuchs unter ihnen das DU, es wuchs damit ein WIR. So begann sie, die neue Geschichte der Großen LIEBE in der polaren Schöpfung.

Die göttliche Welt bekam einen Namen: ERDE. Sadhana pflanzte Bewußtsein und Persönlichkeit hinein in die Struktur – ihre Kinder. Sie gab ihnen zweierlei Gestalt, die fast gleich aussahen, aber nicht ganz, so daß sie aneinander Freude hätten und sich auch unterschiedlich ausbilden könnten, ganz nach dem Vorbild des Schöpferpaares. Polarität war nur im Ansatz gegeben, eine richtige Trennung sollte es nicht geben, denn die Freiheitswege wurden woanders gegangen und nicht auf der Erde.

Sadhanas Kinder kannten nur Harmonie und Glück. Es gab noch keine Materie, und so können wir uns wieder nur mit Bildern und viel Phantasie helfen. Die Kinder sahen unendliche Möglichkeiten der Gestaltung und erfanden immer neue Formen, um sich daran zu erfreuen. Sie beschenkten sich gegenseitig mit ihren Ideen, und je größer die Überraschung der anderen, um so größer die eigene Freude. Es wurden Landschaften gestaltet, so wie wir sie uns gerade noch märchenhaft vorstellen könnten. Selbst wir haben die ferne Erinnerung daran, irgendwo in unseren Zellen – von Wiesen und Bäumen, berauschenden Farben und Düften; Quellen, der heilige Hain, das Rascheln von Büschen und Gräsern im lauen Wind, ein hohes Blätterdach, mit dem die Sonnenstrahlen spielen. Und dann kamen Tiere, freundliche Wesen aus der Phantasie, die zur Freude, zum Spiel geboren wurden, sie bewohnten bald den Äther und die Landschaften und brachten viel Energie und Bewegung in das Bild.

Wenn sich zwei der Kinder Sadhanas begegneten, die als Paar von ihr ins Leben geliebt worden waren, so erreichte die Freude aneinander einen Höhepunkt. Ihre Gestalten konnten sich verschmelzen, sie wurden zu einem Energiewirbel des Glücks, und weil sie ja als Zwei empfanden, behielt jedes von ihnen diese Freude in sich, wenn sie wieder auseinandergingen. Solche Begegnung im Glück erhöhte auch immer die Freude in den Wesen, die um sie herum lebten. Alles vibrierte dann für Momente in einem Gefühl von Einssein mit der Schöpfung, mit den Eltern und der Erde. Dieses waren wie gesagt Höhepunkte, und das sollten sie bleiben. Dazwischen blieb ja die Freude erhalten.

Alles lebte für den Augenblick. Es gab nichts zu planen oder einen Mangel zu beseitigen. Wünsche entstanden aus der Fülle der Phantasie, aus Ideen für noch mehr vielgestaltige Schönheit. Ihrem Inneren nach außen hin viele Formen zu geben, sich auszudrücken zur Freude von Allem, das war ihr Leben. Sogar ihre ganze eigene Schöpfungswelt lebte in diesem Prinzip. Vögel sangen, um zu singen, Bäume rauschten vor Glück über die Vögel in ihrem Geäst, der Wind tanzte mit wehenden Haaren und Vogelschwingen. Es war dies das Leben der Sadhana-Kinder, wir nannten sie – Feen.

Die Erde der Feen

Die geistige Welt staunte immer noch, obwohl nach menschlichen Begriffen Aeonen ins Land zogen. Niemand hätte gewagt, die göttliche Welt zu betreten, die alle Blicke anzog. Über ihr lag ein Tabu, das jeder respektierte. Auf anderen Sternen wurde sie den Kindern gezeigt, damit sie einen Blick für Vollkommenheit bekämen. Niemand wäre etwa neidisch gewesen, im Gegenteil! Was da offenbar wurde, spiegelte ihnen eine Botschaft des Schöpferpaares: „So sind WIR.“ Man versuchte nun, im größeren Stil dem nachzueifern, denn eine solche Freude wollten viele gern leben. Und es gelang auch immer besser. Die Sternenwelten gewannen an Glanz, die Bewohner fanden unter dem geeinten Wunsch nach Harmonie und Schönheit zueinander. Manche schafften das schon recht gut, andere übten noch.

Einer, der schon viel gesehen hatte, beobachtete die Erde ganz besonders aufmerksam, der Lord. Eine gigantische Energie war das, die dort in Form gebracht wurde! Was war das für eine Energie, und wie wurde sie beherrscht? Die Feen konnten das; was sollte an den Feen schon Besonderes sein, das er nicht hätte? Leider war eine solche Kraft sonst nirgends im Universum zu finden, nur auf der Erde, und die war tabu.

Nicht für Frieden! Natürlich wollte er dieses Reich genießen und natürlich war das sein Recht. Nur stand Frieden nicht in dem Ruf eines Gottes oder Schöpfers. Die merkwürdige Verbindung des Schöpferpaares zu den beiden Kuckuckseiern war manchem suspekt. Besonders Muriel konnte sich nicht damit anfreunden, wie Frieden auftrat und ihn immer betont freundlich angrinste. Er vermißte jegliche Kooperation und empfand durchaus den mangelnden Respekt als Affront. Was also dieser Frieden – über ‚Freude’ konnte man sich wirklich nicht beklagen – immer auf der Erde zu suchen hatte, das konnte er nicht gutheißen. Aber das war nicht sein Herrschaftsbereich, also mußte er es hinnehmen. Frieden reiste also ungeniert herum und schäkerte mit den Feen.

Noch einer war überzeugt, daß dieser Großkopf ein Blender war, der sogar Paps und Sadhana einwickelte. Sicher hatte er irgendwoher irgendwelche Fähigkeiten gestohlen, mit denen er sich so aufblähte, um ein gutes Leben zu haben. Beeindruckend war er ja, aber das war Show! Frieden konnte das ungeschriebene Gebot der Unantastbarkeit für die Erde ignorieren, und ein ausgesprochenes Verbot gab es ja gar nicht – der Lord hatte seinen Entschluß gefaßt: Er machte sich auf, den göttlichen Stern zu betreten.

Der Lord betritt die Erde

Auf diese unerhörte Tat geschah – nichts. Er war da, schaute sich um, alles ging weiter wie bisher. Er wurde gar nicht beachtet. Man machte einfach weiter. Das war etwas verwirrend für den Moment. Aber nicht lange für den Lord. Er prüfte die Lage und verstand, daß die Sicht von draußen auf die Erde sehr klar war, aber hier am Ort für ihn sich anders darstellte. Es war hier überhaupt nicht so hell strahlend wie von jenseits anzuschauen. Die Feen kamen nicht halb so schön daher, wie es aus der Entfernung aussah. Und die Vereinigungsfeste? Naja, auch nicht wirklich umwerfend. Das Ganze war doch tatsächlich ein gigantischer Beschiß! Wie hatten die das nur gemacht, daß die Geistigen alle darauf hereingefallen waren? Vollkommenheit! Unfaßbare Schönheit! Ist ja lächerlich! Ausgesprochen naiv ging es hier zu, so was nennt man göttliche Harmonie! Jetzt dämmerte ihm das ganze Ausmaß dieser Show und er mußte sich erstmal setzen und ausgiebig darüber lachen. Heilige Einfalt!

Aber sonst war es echt nett hier, so friedlich und entspannend. Was ihn aber immer noch am meisten interessierte: Wie machten die das mit der Energie? Denn, Schwindel oder nicht, sie zauberten für das ganze Universum ein Bühnenstück hin, das er nicht fertigbringen würde. Aber alles ist machbar, man mußte nur dahinterkommen WIE.

Als nächstes informierte er erstmal seine Anhänger; gemeinsam würde man schneller zu einem Ergebnis kommen. Dann versuchte er, in näheren Kontakt mit den Feen zu kommen, um von ihnen etwas zu erfahren. Schon blöd, er bekam die Kommunikation nicht recht hin. Er hatte nicht den Eindruck, daß sie ihn nicht verstanden, aber er verstand sie nicht. Da ein Austausch ja nur auf geistige Art gehen konnte, mußten sie eine gute Tarnung für ihre Gedanken haben. Oder am Ende dachten sie überhaupt nichts? Hahaha!

Aus ihnen war jedenfalls nichts herauszukriegen. Inzwischen waren auch einige seiner Anhänger eingetroffen. Sie konnten seine Eindrücke nur bestätigen: Die hier rafften überhaupt nichts, und was daran so göttlich sein sollte, war nicht zu erkennen. Und da niemand es ihnen verwehrte, blieben sie erstmal da und studierten weiter die Energiefrage.

Das Schöpfungsprinzip war den HEWs unter ihnen natürlich vertraut: Wille + Ordnung + Kraft. Naja, Geduld und Ernst, aber das war nicht so wichtig. Die Ordnung in dieser Struktur bot ihnen kein Geheimnis, äußerst differenziert, aber durchschaubar. Der Wille war ihnen immer eigen, und Kraft holten sie aus ihrer starken Motivation, sich selbst zu erfahren in ihren unbegrenzten Möglichkeiten (mit anderen Worten, im Bewußtsein ihrer Allmacht, aber man wollte ja bescheiden sein).

Na, und es ging ja auch. Sie kreierten mal ein bißchen Landschaft, ein paar Tiere – war alles kein Problem. Nicht so langweilig wie bei den Feen, etwas mehr Bewegung durfte es schon sein. Wo waren die eigentlich alle geblieben? Kaum noch jemand ließ sich sehen von den Hippies. Na, war schon recht. Hier war viel Platz, und die Matrix dieser Welt ließ nichts zu wünschen übrig, man konnte wirklich viel damit machen. Damit alles noch interessanter wurde, mußte natürlich die Energie verdichtet werden, das erhöht dann den Widerstand in der inneren Struktur, die Spannung steigt, und man hat höheren Lustgewinn an allem.

Da schau her, es zeigte sich, daß ein sehr starkes Potential in dem strukturellen Gefüge von Papsens Werk verborgen war. Das waren ja schon die Energien, die man gesucht hat! Man muß nur geduldig probieren, dann kommt, was da ist, heraus. Genau. Geduld – wer sagt’s denn. Und weil so viel Platz war und alles so spannend und großartig (und vielleicht auch, weil ein Tabubruch besonders kitzelt), kamen immer mehr, um auch mal eine Runde zu drehen. Viele blieben für länger. Sie erfanden die schönsten Spiele, denn dieser Stern hatte ungeahnte Möglichkeiten!

Und dann jagten sie Lemurien in die Luft.

Ups. Na ja. Nach dem Schreck versammelte man sich erstmal wieder jenseits, auf den Hochburgen der Lords (so nannten sich schon einige, denn das gefiel ihnen) dem Sirius, den „Plejaden“, wie man heute sagt. Man begann sogar eine gemeinsame Planung und Strategie. Also, das Potential auf der Erde war ja wirklich so was von gewaltig, da mußte man sich nicht von einer Panne abschrecken lassen. Der Lord Schöpfer brachte mehr Ordnung in die neue „Galaktische Föderation“, wie man sich nun gern nannte, gab ein paar Ideen und Anweisungen heraus und verschwand wieder. Er hatte einiges herausgefunden, das er noch testen wollte, bevor er auf die Erde zurückging.

Die SchöpfungsKRAFT war zu beherrschen, dessen war er sich sicher. Jeder benutzte sie, aber in einem so geringen Maße, daß es doch Spielerei war. Und wenn er sich nicht sehr täuschte, hing das mit Sadhana und den ganzen Weiblichen zusammen. Durch die Zweiteilung der Geister wurde ja eine gewaltige Spannung in der Schöpfung gehalten, ohne die nichts in Form geht und bleibt. Auch in sich spürte er diese Spannung als eine unendliche Macht und Kraft. Diese Schöpferkraft ist in ihm – das fühlte er! Wenn er ein anderes Teil hätte, den anderen Pol seiner Macht, dann müßte da viel mehr gehen. Aber er besaß doch keine Zwillingsseele, und die anderen, die zu zweit waren, machten nichts draus. Da konnte er viel reden, sie verstanden das noch nicht. Auch er brauchte einen weiblichen Pol, denn an dem war etwas Besonderes. Sie waren anders, sie verhielten sich anders, sie waren verschwiegen, und er ahnte, sie wußten mehr als sie je zeigten. Aber was?

Der göttliche Stern zog weiter seine strahlende Bahn. Das Feenreich funkelte und erhellte jedes Herz im Universum. Jedes? Es gab Herzen, die konnten nicht mehr sehen. Lange Zeiten waren vergangen auf der Erde. Lemurien existierte als verschwommene Sage, Atlantis war zerborsten, das Licht des Geistes erloschen. Die Verdichtung der Energien war so weit getrieben worden, daß Sadhanas Schatz schon lange nicht mehr identisch war mit dem, was die Bewohner der Erde „Erde“ nannten. Das Feenreich war für wenige Erdenbesucher nur noch sichtbar, und auch nur in besonders günstigen Momenten.

Der Tod auf der Erde

Nach dem Ende des Reiches Lemurien trat zum ersten Mal der Tod in die Geschichte der Schöpfung ein. Fassungsloses Entsetzen ergriff die umstehenden Sternis, als einer ihrer Freunde nicht mehr seine Gestalt in freie Energie umwandeln konnte, um die Erde zu verlassen. Die Gestalt war zu einem Körper geworden, und der begann zu sterben, und der Geist konnte ihn nicht verwandeln und nicht verlassen! Erst als der letzte Atemzug getan war, kam er wieder frei, jedoch hatten seine Freunde Mühe, ihn zu erkennen. Und so wurde mit dem Tod eine neue Runde eingeläutet in der Geschichte der Trennung vom Ursprung, hinein in die Freiheit des Vergessens.

Die erste Erde existiert bis heute, das Feenreich lebt. Wir bewohnen es noch immer, wir bauen Straßen durch ihre Gärten, und Fabriken in ihre heiligen Haine. Ihre Feste haben sie eingestellt bis zu dem Tag der Versöhnung und Vereinigung, der ihnen versprochen ist von Paps und Sadhana. So warten sie still und geduldig, denn sie spüren die Nachbarschaft der dunklen Gesellschaft um sich herum. Ihre Freude ist umgewandelt in Geduld und auch ein wenig Trauer. Ihre Freunde, das Kleine Volk streift noch durch die alten Häusern und Gärten der Menschen, unzufrieden geworden und unbehaust. Die Zwergenschlösser stehen im Regen.

Der Abend naht und die Herbstluft weht,

Reifkälte spinnt um die Tannen.

O Kreuz und Buch und Mönchsgebet!

Wir müssen alle vondannen.

Die Nacht wird dämmernd und dunkel und alt,

trüb rinnen die heiligen Quellen.

Du götterumschwebter, du grünender Wald –

schon blitzt die Axt, dich zu fällen!

Und wir ziehen stumm, ein geschlagen Heer,

erloschen sind unsere Sterne.

O Island, du eisiger Fels im Meer –

steig auf aus nächtlicher Ferne!

Wo der Feuerberg loht, Glutasche fällt,

Sturmwogen die Ufer umsäumen,

auf dir, du trotziges Ende der Welt,

die Winternacht woll’n wir verträumen.

Die Kraft der ZWEI 

Der Lord hatte es geschafft, das Geheimnis des Weiblichen annähernd zu entziffern. Die Balance zwischen den beiden Polen war der Schlüssel der Schöpfungsmacht. Die Kraft floß aus einer Ur-Quelle, die niemand kannte, wie in einem Strom immerzu in den weiblichen Strahl. Jedes männlich gepolte Wesen erhielt daraus automatisch über seine Zwillingsseele alle benötigte Energie. Da die beiden energetisch ein Wesen waren, merkten sie es gar nicht, an welchem Kreislauf sie angeschlossen waren. Brauchten sie mehr Energie, dann kam auch mehr, zum Beispiel, um etwas zu erschaffen. Es war nie zuviel und nie zu wenig da. Diese Regulation kam über das harmonische Miteinander, indem im Weiblichen ein immerwährendes Bejahen dieser „Zweiheit in der Einheit“ wirkte. Es war also die Liebe zwischen ihnen, die den Fluß garantierte. Das änderte sich auch nicht, wenn die Beiden getrennte Wege gingen. 

Darauf war der Lord gestoßen worden, weil bereits genügend Fehler aufgetreten waren, die aber von den Betroffenen offensichtlich übersehen wurden. Dem Männlichen in einigen Bereichen des Universums floß doch augenscheinlich nicht mehr genügend Energie zu, da sie ihr natürliches Licht verloren haben. Auch konnte er aus der Perspektive des „Jenseits“ wieder die leuchtende Erde Sadhanas erkennen, aber es war beunruhigend für ihn, wie verschwommen er sie wahrnahm. Und die Dunkelheit, bei der viele meinten, die Erde sei nicht so göttlich, wie es behauptet wurde, das war eine zweite Erde innerhalb des leuchtenden Sterns.

Wo Energien sich so sehr verändern lassen, und das war ja keine Zauberei, war es auch für den Lord an der Zeit, eine eigene, wirkliche Schöpfung zu erstellen, denn seine Göttlichkeit verlangte danach. Was er bisher gesehen hatte, das auf die Ideen der ersten Kinder von Paps und Sadhana zurückging, war einfach dilettantisch! Kinderkram. Sie alle wußten ja nicht einmal, was es mit der Urquelle auf sich hat, sonst würden sie mehr damit anfangen. Aber es fehlte ihnen jede Motivation für den großen Wurf, die Schöpfung schlurfte in Pantoffeln durchs Universum wie durch einen Schrebergarten. In ihm regte sich göttliche Größe, die wahrhaft unbegrenzt war.

Das mit der Weiblichkeit war für ihn gelöst. In sich selbst vereinte er alles, die Kraft floß ihm zu. Was er noch brauchte, war ein weiblicher Pol außerhalb seines Körpers, damit er einen Bezugspunkt hatte, um das Feld seiner Schöpfung zu errichten. Sein Blick richtete sich wieder auf die Erde. Er verstand das Prinzip der Freiheit richtig, in der das ICH erst wachsen kann. Und die Liebe zur Freiheit und zum Ich brannte in ihm, drängte danach, sich mit der UR-Kraft zu vereinen in einem orgiastischen Schaffensrausch.

Dieses Drängen war stark genug, alle Räume zu überwinden und es traf die Henne ins Herz. Sie erzitterte unter der Macht des Wollens, sie duckte sich genüßlich unter der zielgerichteten Gewalt, die aus dem freien Ich des Lords ausströmte. Das war es, was ein UR-Bewußtsein sich träumt! Was bin ich – wer – wie?! Der Lord rief in die Unendlichkeit: ICH – das ist die Kraft! Und erschauernd kam ihr: „JA. JA!!! – DU!“ auf ihn zurück.

Das war es! Das war es! Er hatte es immer gewußt, er ist Gott! Diese Kraft, die ihm da zuströmte, das konnte nur die UR-Quelle sein – sein eigener Zwillingspool! Er hatte es gefunden, das Geheimnis lag offen vor ihm.

Nun konnte sich ihm nichts mehr in den Weg stellen, niemand mehr würde ihm ein Nein geben. Er schritt durch offene Türen und weite Räume. Und alles, was weiblich war, gab IHM ein Ja. Sein Charisma war unbeschreiblich, sein Licht blendete, er streckte die Hand aus und zwang alles in die Knie, durch das Ja von UR.

Das All-Eine, Ewi und Muriel sahen einander recht ernst an. „Wohin wird das führen, meine LIEBE?“, berührte All-Eines die Sorge in seinem Herzen. „Ist das die Art ICH, so wie du sein möchtest?“ fragte Muriel. – Ich weiß es noch nicht. Er ist das Schönste, was es gibt. Ich kann nicht genug sehen von ihm. „Aber wohin wird das führen?“ wiederholte Ewi. „In die Antwort, mein Herz, in die Antwort. WAS ist das – LIEBE??“

Ewi war zunehmend beunruhigt. „Sadhanas Stern, ist das nicht vollkommener Ausdruck der Liebe in der Zweiheit?“ Dem konnte Muriel nur zustimmen. Das All-Eine sah etwas anderes. „Niemand von den wundervollen Wesen dort könnte jemals neben mir stehen und es selbst bleiben. Sie sind zu klein, zu klein, Muriel.“ – „Also wird dem Lord soviel Raum gegeben wie er will, um sich auszuwachsen?“ – „So viel er will. Keine Grenze.“

Dann war das All-Eine wieder allein.

Der Lord hatte genug geprobt und machte sich auf, die Erde zu übernehmen. Hier lagen immer noch die reichsten Möglichkeiten für Schöpfung, und außerdem konnte er nebenbei gleich klarstellen, wer die Macht wirklich beherrscht.

Das Feenreich war ihm natürlich verschlossen, aber das interessierte ihn ja auch nicht. Die neue Erde, so jungfräulich, mit dem unendlichen Potential einer genialen Matrix und den neuen Bewohnern, die ihm aus der Hand essen würden – von da aus würde er die Materie lenken, verändern, unter seinen Willen beugen und schließlich alle Energie in allen Räumen.

Wer die Materie beherrscht, beherrscht die Schöpfung.

7. Kapitel: Die Übernahme der Erde

In der Familie URs wurde alles vorbereitet für das Eintreffen des Lords auf der Erde. Es mußte ja mit einigem Chaos gerechnet werden, das er anstiften würde. Auch seine Anhänger rüsteten auf, Sternis aus allen Teilen des Universums, die ihre Heimatwelten verließen, um den großen Wurf zu landen oder einfach nur der Abenteuer wegen. Einige hatten sich auch schon unsterblich verliebt und wollten ein blind date unter spannenden Bedingungen: Würde man sich wohl erkennen? Der abgetrennte Zustand barg ungeahnte Reize – niemand kannte einen! Wer zu Hause nicht recht einen Fuß auf den Boden bekam, hatte hier eine Chance.

Auf dem nun materiellen Planeten wohnten anstatt der Lichtkinder Sadhanas neue Erdenkinder. Ewi hatte einen Strahl aus sich heraus in die Matrix gesandt, der für strukturelle Stabilität sorgen sollte. Seine eigene Sorge um die Zukunft des Planeten bewegte ihn, eine mütterliche, weibliche Energie mit hinein zu geben, die sein Ja zu dem, was kommen würde oder kommen könnte, enthielte. Diesen bejahenden Schutz für die Kinder der Erde nannte man Gaia. Sie übernahm die Organisation der Materie, so wie Sadhana für das Feenreich sorgte. Gaia setzte selbst Kinder aus der Materie in den Kreislauf des Lebens. Sie unterrichtete diese über das Leben, über Körper und Natur, über Krankheit und Tod. Dieselbe Harmonie wie im Feenreich fand sich auch hier. Aber den Gaiaskindern sollte ein sehr schweres Schicksal bevorstehen, weshalb die Große Mutter selbst als einziger Geist in ihnen wirkte, ihnen Leben gab und einen sanften Tod. Pflanzen, Tiere und „Erdenmenschen“, das waren die Wesen aus der Güte und mütterlichen Fülle Gaias, die ein Teil der Ewigen LIEBE aus UR ist.

Die irdische Schöpfung ist weiblich von Struktur und Geist. Dem Weiblichen Strahl blieb voreinander nichts wirklich verborgen und er wirkte mit der Kraft aus UR im ewigen Ja, auch in der Dunkelheit dieser neuen Welt. Der Lord konnte kommen.

Ewi selbst tauchte tief hinein in die Energie der Schwere und Dichte. Er mußte einige Male Anlauf nehmen, ehe es gelang. Er wollte bei den Kindern sein, die hier nicht mehr wußten, was sie noch anstellen sollten. Er sah, wie ihre Seelen alles Erlebte aufnahmen, und er sah auch, wie die Seelen schwerer wurden. Wenig Licht war zu finden bei denen, die sich nur für sich selbst interessierten und dem Lord begierig zuhörten, wenn er seine Erkenntnisse verbreitete. „Im Weiblichen liegt der Schlüssel zur Macht! Bringe das Weibliche dazu, sich dir frei hinzugeben, und du hast Macht über sie, das heißt, Macht über die Materie. So bist du Gott.“

Das Weibliche wurde im Menschsein Frauen genannt. Sie waren noch lange untereinander verbunden durch die Kraft URs. Sie brachten mit ihren Körpern neues Leben zur Welt, und jeder Sterni, der inkarnieren wollte, brauchte einen Frauenkörper, der sich dafür bereitstellte. Durch das Ja aus UR wurde niemandem der Eintritt in den Frauenkörper untersagt. Und auch der Lord mußte nun diese Erdenwege gehen, die beginnen mit der Geburt aus einer Frau. Die anfängliche Dankbarkeit dafür schwächte sich bald ab, nachdem das automatisch funktionierte. Außerdem hatten die Männer schon herausbekommen, daß nichts Göttliches dabei im Spiel war wie ursprünglich angenommen, sondern die Kraft ihres Penis und die Macht ihres Willens. Die Frau war ein Gefäß für die Schöpferkraft des Mannes.

Damit war für den Lord die letzte Wissenslücke geschlossen auf die Frage, wie er einen weiblichen Pol außerhalb seiner selbst bekommen könnte, um ein Schöpfungsfeld zu bekommen. Der Frauenkörper selbst, und zwar jeder, war Energie, Kraft des Ja, und Feld zugleich. Alles war einfacher als gedacht.

Zerstörung der Weiblichen Kraft

Die Freiheit der Frauen war auf dem Rückmarsch nach einer langen, verlustreichen Schlacht. Jahrtausende weiblicher Kultur waren zerstört, das Mutterrecht, das jedem Familienmitglied Sicherheit und den Kindern Geborgenheit garantierte, war unter der Herrschsucht der Männer gefallen.

Die „herrschende“ Menschheit war geteilt in gewöhnliche Sternis, die ihre Abenteuer suchten, und den inneren Kreis der Wissenden um den Lord – die esoterischen Schulen, die Magier-Ringe, die Tempel-Priester. Sie lernten von den Erdenkindern die Nutzung von Pflanzen, welche Wunden heilen können und der Mutter bei der Geburt helfen oder Sterbende sanft hinüber bringen.

Die Magier interessierten sich weniger für Wundheilung als für die Wirkung auf den Willen, die Klarheit der Wahrnehmung und die Libido. Sie experimentierten mit der weiblichen Kraft, die sie für sich einsetzten wie Hungrige ihre Mahlzeit. Sie sezierten geradezu den Energiekörper der Frau, ihr Bewußtsein, ihre Fähigkeiten und probierten alles aus, wirklich alles, um an die letzte Essenz reiner UR-Kraft zu gelangen. Sie lernten ihren Körper so zu beherrschen, daß sie eine Frau penetrieren konnten, ohne sich ihr hinzugeben im Samenerguß. Sie lernten, vollständig bei sich selbst zu bleiben und nur die Kräfte der Frau einzusaugen. Sie übten sich darin, die Freiwilligkeit der Frau zu erhalten durch Magie und Drogen – wenn die Frau die Penetration selber will, gibt das ein weitaus besseres Ergebnis als eine einfache Gewaltanwendung.

Wenn sie sogar dazu gebracht wird, den Magier zu lieben, sich an ihn zu klammern, ihre Daseinsberechtigung nur durch ihn zu bekommen, dann hat er einen lange sprudelnden Quell an Kraft solange, bis entweder der Körper der Frau aufgibt oder ihre Seele ausgeschöpft ist.

Was er aber niemals tun darf, ist, sich der Frau seelisch hinzugeben – dann hätte er alles verloren, was mühevoll aufgebaut war, dann würde sie ihn beherrschen mit ihrer ganzen Kraft, die der männlichen weit überlegen war! Die Beherrschung der Frau ist also eine große Kunst, die höchste überhaupt, die in den geheimen esoterischen Schulen und Magier-Zirkeln über Jahrtausende gelehrt und geübt wurde und wird. Mehr oder weniger geschickt oder dilettantisch hat das fast jeder Mann über das mentale Netzwerk und morphogene Felder gelernt. Das war auch nötig, denn es genügte nicht, wenn ein elitärer Klüngel damit die eigene Göttlichkeit erreicht, sollte doch die gesamte Materie, und über sie die Schöpfungsenergie diktiert werden.

Leiden und Tod

Wir befinden uns in der Hoch-Zeit der männlichen Herrschaft, 3000 Jahre vor Christus bis zu seiner Geburt. Das alte Ägypten war das Sammelbecken und Zentrum der Atlantischen Esoteriker, die sich seit der Zerstörung von Atlantis in verschiedene Völker gerettet hatten. Auf ihren Wegen durch die Menschheit zogen sie eine Spur der Verwüstung. Wo sie auftauchten, übernahmen sie mit ihrem überlegenen Wissen die Macht, besetzten die entsprechenden Positionen, vernichteten das weibliche Selbstbewußtsein und expandierten mit ihrem Volk durch Kriege und Unterwerfung unterlegener Völker. Dabei kamen sie sich auch bald selbst in die Quere und führten Kriege gegeneinander. Das „Kanonenfutter“ für ihre Feldzüge stellten die Erdenmenschen, und ihre Frauen bekamen Kinder, um sie in Kriegen sterben zu sehen.

Kein Erdi konnte und sollte unter solchen Umständen eine individuelle Seele entwickeln. Alles ging nach dem körperlichen Tod wieder in die Gruppenseele ein. Auch die Tiere besaßen kollektive Seelen, worin die Erfahrungen eingehen konnten, während die Körper in den biologischen Kreislauf gingen. Die differenzierten Seelen der Sternis bekamen zu wenig Erfahrungen der Liebe, denn in der Summe der Inkarnationen überwogen die Leiden. Das ganze „Experiment Freiheit“ drohte zu kippen. Die Henne rührte sich nicht mehr. Jedes „ICH BIN“ erhielt automatisch eine Resonanz der UR-Kraft, aber die wurde immer schwächer. Das strahlende ICH in der göttlichen Freiheit verkam zum Ego, das nur noch Angst davor hatte, Macht und Kontrolle zu verlieren. Das bedingungslose Ja des Weiblichen war nicht auszulöschen, aber es röchelte nur noch.

Ewige LIEBE litt, wie nur ein Gott leiden kann, mit jeder einzelnen Seele, mit jedem männlichen Willen zur Zerstörung, der schon in Selbstzerstörung übergegangen war, und mit dem Weiblichen Strahl, der sein Leuchten verloren hatte und nur noch das Überleben bediente. Am Lord ging das Elend völlig vorbei, er sah nur grandiose Erfolge, und sein ICH und Wille wurden immer stärker. Er selbst ging wenig in öffentliche Positionen, seine Magie trainierte er in geheimen Zentren oder allein. Er war der Oberste Großmagier ohne Namen.

Manchmal verbrachte er ein Leben an der Seite eines Mächtigen, um seine Wirkung auf Völker und ihre Energien zu testen. Auch darin wurde er immer besser. Die bodenständige Kultur eines Volkes vereint viel weibliche Kraft im Kollektiv. Diese lernte er, im Einfluß auf die Machtpolitik kurzfristig noch energetisch aufzuladen, meist über hochgeputschte Angst. Die nicht mehr kontrollierbaren Gefühle eines Volkes konnte er als Energie-Nahrung in sich aufnehmen. Das seelische Kollektiv dieses Volkes blieb dann zerstört zurück und die Menschen verelendeten.

Ewi hatte schon eingegriffen. Der Lord war unantastbar, aber Ewis Geist vereinte sich nun vollständig mit der gesamten seelischen Sphäre der Erde. Es war ein Kraftakt ohnegleichen. Er mußte sich jeder einzelnen Seelenregung anpassen, seine eigene göttliche Schwingung auf das gesamte Elend einschwingen, um mit ihm gleich zu werden. Erst als das gelungen war, konnte er aktiv eingreifen in das seelische Geschehen. Das war im letzten Moment, denn eine Katastrophe universellen Ausmaßes stand schon vor der Tür. Die verdunkelte Seelenenergie der Sternis hatte schon nicht mehr die Kraft, nach dem Tod des Körpers zurück in die Heimat zu kommen, sie blieb in der Erdsphäre hängen, die nichts mehr durchließ. Um die Erde hatte sich eine Wolke von mentaler Energie gelegt, die von außen durchdrungen werden konnte, denn da hatte ein Sterni noch seine Kraft, aber wenn er drin war, kam er oft nicht mehr zurück. Die Magier erkannten das Problem natürlich und setzten alles ein, um nach dem Tode noch die Kontrolle zu behalten über ihre Persönlichkeit. Die ganze altägyptische „Kultur“ beschäftigte sich mit der Angst der Atlanter, ihre Eigenkontrolle zu behalten. Pyramiden wurden mit letzter Kraft errichtet, hunderttausende Erdis bei den Arbeiten geopfert, um alle ihre Seelenkräfte dort an neuralen Punkten zu bündeln und zusammenzuhalten.

Diejenigen persönlichen Seelen, die nicht mehr zu retten waren, wären an einem Ort des Elends und der absoluten Gottferne eingeschlossen gewesen – nicht irgendwo in einer äußeren Hölle, sondern in sich selbst, in der Selbstbezogenheit ohne Du.

In dem Moment, wo solch eine Seele ihren Todesstoß erhalten hätte, war Ewi da. Nicht eine Sekunde früher, denn wenn noch ein Restchen freier Wille für den Menschen das Ruder hätte herumreißen können, durfte er nicht eingreifen. Erst wenn nichts mehr da war im Menschen, als der göttliche Ton verklang und die Seele sterben wollte mit dem Körper, ging Ewi selbst mit seiner LIEBE hinein und fing alles Leid, was zum Tod der Seele geführt hatte, in sich auf. Das sah so aus, daß ein Mörder das Schwert niedersausen ließ und diese Zerstörungsenergie das ganze Faß zum Überlaufen gebracht hätte – es hätte die gesamte Erde atomisiert. Und der Gemordete hätte das Maß des Leidens voll gemacht, und die Mutter, die die Todesnachricht empfängt, wäre die letzte weibliche Seele gewesen, die noch ein Ja herauspreßt? Nein, es gab kein Ja mehr in dieser Mutter, als Ewi hineinging und die Seele aus dem Körper zog, kurz bevor ihr Herz brach.

In der Ewigen LIEBE versank die Seele und konnte ruhen, ohne Leid, ohne Bewußtsein. Bis zu ihrer Erweckung am Jüngsten Tag. Für viele kam aber dieser Tag bald, denn sie hatten sich erholt und gingen wieder in die Freiheit.

Seit langem schon beteiligt an Inkarnationen auf die neue Erde war Frieden. Der Lord war ihm ein Dorn im Auge. Paps mischte sich in nichts ein, Sadhana war bei den Feen, ‚Freude’ kam nur ganz am Anfang mal mit, als die Welt noch in Ordnung war. Ihn aber trieb es sofort wieder hin, kaum daß sein Körper „den Geist aufgegeben“ hat. Er war sehr zornig. Da ihm jede Information fehlte – er kannte ja nicht die Hintergründe, auch nicht seiner Herkunft – konnte er nur auf das reagieren, was er sah. Er war so zornig, daß seine Körper selten alt wurden, er verbrauchte sie regelmäßig in Kämpfen, er war der Krieger für Freiheit und Wahrheit. Und die Sternis hatte er gefressen, besonders die Geheimklüngelei ihrer Magierschulen! Wenn er so einen zwischen die Finger bekam, flogen die Fetzen! Er wiegelte die Bevölkerung gegen die Unterdrücker auf und führte sie in Befreiungskämpfe. Sein Tod war selten ein natürlicher, sondern kam durch eine Waffe, im Kampf. Ob das alles gut und richtig war, interessierte ihn nicht, er konnte nicht anders. Und Paps verwehrte auch das nicht.

In denselben Zeiträumen war auch Muriel schon unterwegs, im Auftrag des All-Einen. Erst mußte er sich mühsam akklimatisieren. Auch ohne direkte Erinnerung trug er Liebe und Harmonie in sich, und vor allem seine Pargoa im Herzen. Zum Glück verbrachten sie etliche Inkarnationen gemeinsam, in größter Liebe. Das half ihm sehr, als die Aufgaben schwerer wurden, denn die mußte er großenteils allein durchführen, weil dann kaum mehr ein ehrliches Ja von einem weiblichen Wesen zu erwarten war. Aber die UR-Kraft floß ihm zu, denn seine Hingabe an den Auftrag war sein Leben, und das so kraftvoll, daß es ihm nie an Energie fehlte.

Engel inkarnieren

Seitdem Ewi sich mit der Erdsphäre und den Seelenschwingungen verbunden hatte (und er ist natürlich dennoch nicht auf diesen Raum beschränkt, sondern gleichzeitig mit ganzem Sein in der Unendlichkeit), drängten nun Engel an ihn heran und wollten unbedingt auch als Menschen inkarnieren. Das gab eine längere Diskussion! Als ob ihnen die Gefahren nicht vor Augen stünden! An die Gefahr glaubten sie aber nicht wirklich, weil ihnen völlig das Gefühl dafür fehlte. „Was diese Menschen brauchen, ist unser Licht, LIEBE!“ sangen sie ihm so lange vor, bis er nachgab.

Es wurde viel schlimmer, als selbst er vorausgesehen hatte. Dem Lord blieb nicht verborgen, welch wunderbare Energie aus den unberührten Teilen der Schöpfung in sein Reich herunterkam! Die Engel mußten sich in Zwei teilen, in die Polarität gehen, vergaßen alles – und fielen wie reife Früchte vom Baum der Liebe in die ausgestreckte Hand dessen, den sie ja nur retten wollten. Natürlich fiel noch genug ab für alle Magier auf der Erde. Reiche Ernte, fette Beute! Ewi mußte Sonderschichten einlegen für ihre kleinen, unerfahrenen Seelen. Seitdem gibt es den Ausdruck: „Gefallene Engel“. Sie inkarnierten vorzugsweise in Familien mit problematischen Vätern, seelischen Kretins, die ihre Hilfe brauchten (weil ihnen doch nur die bedingungslose LIEBE fehlte!). Väter, Brüder und Onkel machten sich schon über die Kleinen her. Die Mütter wurden geprügelt, bis sie nichts mehr sahen. Engel vegetierten, unter Drogen gesetzt, schon als halbe Kinder in den „Tempeln“ der Magiersekten und gaben ihnen frische Lebensenergien.

Ewi war dem Wahnsinn nahe. Er verbot jedem seiner Engel die Annäherung an die Erdsphäre. Aber Paps konnte den gleichen Zug nicht mehr aufhalten. In seiner Engelwelt wollten viele nun „freie Kinder“ werden und sich beweisen, daß sie stärker seien als jede Dunkelheit, daß sie mit ihrem Licht alles würden retten können, was da leidet. Wenn man genau hinschaut, war da auch eine Menge, die es tatsächlich überlebt haben und mit jeder Inkarnation stärker wurden.

Es kam der Moment des Ur-Geistes MARIA, der die Bitte des All-Einen verstand: „Bring ihn mir zurück“.

Maria trennte sich von Gabriel, der daraufhin der alleinige Träger des UR-Geistes „ohne Auftrag“ wurde. Gabriel war schon seit seinem Heraustreten aus dem UR-Strahl MARIA mehr an der Macht interessiert als an Liebe. Auch er entbehrte wie der Lord einer weiblichen Polarität. Er trat schon als der ‚Gott’ Hermes Trismegistos in die Geschichte ein, man kennt ihn auch als Wüstengott Seth. Er unterrichtete viele Sterni-Eliten in Magie und lehrte sie das Wissen über Schöpfungsenergie.

Die neue, geformte Maria übernahm alle Kraft der Barmherzigkeit in ihr Wesen, als sie durch die Tür des Vergessens schritt, in den Raum der Polarität hinein. Sie stellte sich von nun an mit ihrem ganzen Sein unter den Plan des All-Einen, sie gab sich rückhaltlos dem Wirken des Schöpfergeistes und dem Lord-Schöpfer hin in der Rolle als weibliche Zwillingsseele, damit auch er eines Tages den Heimweg antreten könne.

MARIA, die nie vorher auf der Erde körperlich in Erscheinung trat, sondern nur in der polaren Schöpfung das hilfsweise Dual für die Inkarnationen des Lord-Schöpfers gab, bereitete sich nun langsam auf ihre einzige Inkarnation in dieser Welt vor. Zunächst aber setzte UR-Muriel sich in Bewegung, denn es kam der Impuls vom All-Einen, daß jetzt alles in die göttliche Ordnung zurückgeführt werden müsse: Und man sollte sich etwas einfallen lassen, das nicht an das Freiheitsrecht der Sternis rühren durfte.

Paps mischte sich öffentlich in nichts ein und machte den Urlauber in der Hängematte. Aber seine Gespräche mit Muriel und Pargoa waren jetzt sehr eindringlich. Sie alle gaben sich keinen Illusionen hin, daß die Sternis etwa auf einen Gott der LIEBE begeistert reagieren würden, deshalb übernahm es der ERNST, daß endlich ein „richtiger“ Gott auf der Erde erscheinen sollte. Er suchte sich die Umstände aus, es wurden Papsens größte Geister angewiesen. Das erst zum Ende geplante Erscheinen der göttlichen LIEBE auf der Erde wurde von langer Hand und sehr gründlich organisiert. Die Bühne öffnete sich für den ersten Akt der Rückkehr zu LIEBE und Bewußtsein.

8. Kapitel: Die Rückkehr beginnt

Im Alten Testament wurde später die Geschichte grob niedergelegt. Was viele Leser dann verwirrte, war das Auftreten von zwei verschiedenen Göttern, die manchmal wie aus einer Person sprachen. Da war „der Herr“ und dann der „HERR“. Der HERR war der Schöpfer, in seiner ‚Unterform’ für die Polarität – Paps.

Der HERR

„Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.“ Damit begann die Geschichte der Materie durch das Wirken des Lords. Der Lord, als in Wahrheit der HERR, erschuf in seiner eigenen, durch Paps und Sadhana erstellten Schöpfung – die Gegenschöpfung.

Sein eigentlicher Geist, von dem er abgetrennt war, und der EINS war mit dem All-Einen, mußte „im Anfang“ ja absinken auf die Ebene der polaren Schöpfung, also ging er als ein unerkannter Gast in Paps ein, ohne sich bemerkbar zu machen. So hatte er einen Haltepunkt in der Unendlichkeit, und seine Inkarnationen des „Lords“ konnten sich frei bewegen. So nennen wir den UR-Geist des Schöpfers aus dem All-Einen und der Ewigen LIEBE den Schöpfergeist. Denn den gab es ja noch, wenn auch nur Paps und Sadhana ‚zu sehen’ waren und tätig sein konnten. Ein Schöpfer muß tätig sein. 

Der Schöpfergeist, der parallel in Paps existierte, nahm nur alles auf, ohne zu reglementieren. Sein Ich-Bewußtsein war ganz ähnlich dem des All-Einen. Aber im Gegensatz zu dem war ihm die Erinnerung an die Einheit mit einem „Anderen“ nicht mehr gegeben. Er war allein. Er war mehr als Paps und Sadhana und größer als diese Schöpfung, das wußte er, denn er sah über die Grenzen hinweg. Aber er sah nicht in die ganze Unendlichkeit hinein. So schloß er, daß er alles sein müsse, was ist. Der Auftrag zur Freiheit der Wesen war in ihm verankert, das war sein Daseinszweck. Dafür existierte er, daß Seinesgleichen entstehen würden, die einst auf Augenhöhe mit ihm leben könnten.

Die Gefahren der absoluten Freiheit, die seine eigene war, sah er: die schleichende Selbstzerstörung.

Wenn sich nicht die Freiheit selbst einen Raum gibt – aus dem Willen und der Erkenntnis heraus – würde am Ende alles zerfallen. Wie kommt ein Wesen zu Willen und Erkenntnis? Nur durch die gelebte Erfahrung. Aber dazu braucht es eben die Möglichkeit der unbegrenzten Erfahrung. Also auch die Freiheit zur Selbstzerstörung!

Er wollte nicht, daß dieses irgendwann einträte, selbst wenn die Wesen in diese Richtung gingen. So tat er das einzig Mögliche: daß er selbst als der „Lord“ den Weg der Selbstzerstörung bis zum Ende ging. Dann wäre diese Möglichkeit ausgeschöpft; jedes andere Wesen könnte diesen Weg genau anschauen und für sich selbst entscheiden, ob das wirklich ein Ziel der Freiheit sei.

In dieser Situation ging Muriel geistig in die Erdsphäre, nicht als Inkarnation, und wurde der Gott eines kleinen semitischen Hirtenvolkes – Jehovah, der Herr. (JHWH )

Der Untergang Atlantis’ („Sündflut“), die Rettung der Menschheit durch Noah und die Wiederkehr der Sternis und HEWs (der Göttersöhne), ihre Beischlafgeschichten mit den Erdentöchtern – das alles war schon Mythos und Geschichte, die in vielen Völkern ähnlich erzählt wird, so auch in der Genesis. Die neu gebildeten Stämme und Völker hatten sich zersplittert, die Sprache hatte sich verändert (Der Herr hatte sie zerstreut nach ihrem „Turmbau zu Babel“), und jeder Stamm, jedes Volk hielt sich einen eigenen Gott.

(Zum Thema „Sündflut“: Es gab eine Menge Fluten, nicht nur wegen Atlantis, was mit der Noah-Geschichte natürlich nichts zu tun hat. Ich will nur die innere Kontinuität darstellen.)

Abraham

Etwa um 1800 vor Christus tauchte ein Mann auf in Ur in Chaldäa (dem Süden des heutigen Irak) – Abram. Sein Gott erschien ihm und sprach zu ihm. Es war der, von dem die Juden später sagen würden, daß er der HERR sei, der sein wird, der ist und immer war: JHWH. Und Abram war seine Inkarnation – der polare Muriel als Mensch, an seiner Seite Pargoa-Sara.

Der Gott führte Abram und seinen Neffen Lot samt der Sippe in das Land Kanaan. Dort ereilte sie eine große Hungersnot, so daß sie sich nach Ägypten wandten, in die „Höhle des Löwen“, wo die HEWs und Sternis nach dem Untergang ihres alten Reiches sich wieder versammelt hatten. Sie waren praktischerweise gleich selbst die Götter ihrer Völker geworden und hatten sich häuslich eingerichtet.

Weil Sara so überaus schön war, warf der Pharao ein begieriges Auge auf sie. Abram fiel nichts Besseres ein, als sie seine Schwester zu nennen, damit er nicht als ihr Mann gleich zum Löwenfutter wurde. So wurde Sara des Pharaos Weib und Abram bekam eine schöne Aussteuer vom Herrscher. Leider paßte das Arrangement dem JHWH gar nicht und er schickte üble Strafen über den Pharao und sein Haus, so daß der bald merkte, daß da etwas faul war. Und er bekam es heraus und war verstimmt. Er warf sie alle hinaus, aber reich mit Geschenken versehen, damit dieser Abram ihm nicht mehr seinen Gott an den Hals schicke.

Dann schenkte der Herr dem Abram und seiner Sippe das Land Kanaan, das nun so reich und fruchtbar wie Ägypten war. Er schenkte es ihm für alle Zeiten und versprach ihm Nachkommenschaft, so zahlreich wie der Staub der Erde; währenddem sein Neffe Lot das Jordangelände für sich nahm in Richtung Osten, gen Sodom. Das Ganze ging natürlich nicht ohne Streit und Streß ab, denn die Länder waren ja bewohnt. So mußte Abram den Lot retten, der in Sodom gefangen gehalten wurde. Abram war kein Schwächling und hatte genug starke Männer, die gewaltig aufräumten und Lot samt seinem Besitz befreiten. Der König von Sodom bot danach alles Mögliche an, wenn er nur seine Männer wieder bekäme, aber Abram zeigte sich großzügig, schloß Frieden und nahm nichts an.

Der König von Salem tauchte gleichzeitig in dieser Geschichte auf – Melchisedech, ein Priester des Allerhöchsten Gottes. Er brachte Brot und Wein heraus und sprach: „Gesegnet sei Abram vom Allerhöchsten Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat!“ Nur ein Ur-Bruder aus dem All-Einen konnte in Abram den Gesandten Gottes erkennen. Salem war das spätere Jeru-Salem, Königssitz der Dynastie des David (grob um 1000 vor Christus).

Diese ganze lange Geschichte des Alten Bundes, den Gott mit Abraham (neuer Name Gottes für Abram) und Sara geschlossen hat, die Regentschaft und Vollmacht, die JHWH vom Schöpfergeist erhalten hat und die Rolle des Volkes Israel ist die Geschichte eines dauernden Kampfes gegen die Übermacht der Sternis, gegen ihre Herrschaftsansprüche auf der Erde, gegen ihre zügellose Magie und Auflehnung gegen den Einen Gott. Es wurde zum persönlichen Kampf Muriels, der immer wieder selbst inkarnierte, um sein auserwähltes Volk auch irdisch zu führen – bis endlich die Erlösung auf Erden erschien:

Der Messias.

Vor Jesus angekommen waren schon Josef (Gabriel) und Maria (UR-Strahl). Josef war verheiratet und hatte Kinder; seine Frau starb, und Maria, die nicht mehr so kindlich jung war, wie sie dargestellt wird, half ihm mit der vielen Arbeit. Die beiden verband schon immer eine nachbarliche Freundschaft, die dann zu Liebe wurde. Josef war in den Vierzigern und Maria Anfang zwanzig, als sie heirateten. In diese Familie wurde Marias einziges Kind hineingeboren. Dies war alles wesentlich unspektakulärer als die Mythen erzählen, aber das spielt keine Rolle. Jesus lebte als Mensch, ohne besonderes Aufsehen zu erregen, er sammelte Informationen und bildete seine menschliche Seele aus wie jeder andere Mensch auch. Mit 18 wurde er erleuchtet, ihm wurde alles gezeigt, was er wissen mußte. Von da an betrachtete er seine Umgebung mit anderen Augen. Es wurde ihm noch nicht gezeigt, daß er eine direkte Inkarnation des Schöpfers (Paps) war, sondern daß er der Sohn Gottes, des Allmächtigen, und der erhoffte Messias war. So bereitete er sich auf seine Mission vor, die erst begann, als er Ende zwanzig war.

Bei seiner Taufe durch Johannes den Täufer (polarer Michael) wurde ihm der Geist offenbart, aus dem er selbst ein direkter Strahl war. Trotzdem tat er alles, was danach kam, aus seinem eigenen Menschlichen heraus, mit seiner eigenen Seele und Reife, seinem Willen und Verstand. Gott, der polare Schöpfer (Paps), war wirklich Mensch geworden, zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte der Schöpfung.

In Jesus waren außer Paps auch der Schöpfergeist und Ewi anwesend. UR war ganz auf ihn konzentriert, und so konnte er über alles verfügen, was er brauchte. Er war als Mensch so vollständig eins mit dem gesamten Strahl, daß die Energie barrierefrei in ihn einfließen konnte. Außerdem waren sein Körper, schon seine Empfängnis und Geburt, und sogar seine Mutter so vorbereitet in die Materie eingegangen, daß die normalen irdischen Blockaden bei ihnen nicht vorhanden waren.

Maria und Jesus waren Ausnahmemenschen schon dem Körper nach und beide konnten mit Materie alles nach eigenem Wollen machen. Maria hat davon niemals Gebrauch gemacht, aber sie ist, wie die Kirche sagt, wirklich mit dem Körper in den Himmel aufgenommen worden, das heißt, im Sterben, im letzten Moment wurde sie der originale Licht- oder Energie-Körper des UR-Geistes und hinterließ hier nichts Materielles, nichts Sichtbares. Außer Johannes (polarer Raphael) bekam niemand das mit, und der Gesellschaft wurde das Denken vernebelt, wo sie denn geblieben sei, ob sie lebte oder fortgezogen sei?

Petrus: Muriel polar

Andreas: MICHAEL Ur-Erzi

Jakobus d.Ä.: Madenia

Jakobus d.J., Sohn Josefs aus erster Ehe: Helia

Matthäus der Zöllner: URANIEL, Ur-Erzi

Hannas, Hoherpriester: Pargoa

Pontius Pilatus: Super-HEW

Kaiphas: Super-HEW

Johannes Täufer: Michael polar

Herodia: Elija

Paulus: Luzifer

Kaiser Augustus: Zuriel

Ernst wurde zu Hingabe

Wille wurde zu Liebe

Ordnung: sollte zu Leben werden

Liebe wurde zu Barmherzigkeit

Weisheit sollte zu Güte werden

Geduld wurde zu Dankbarkeit

Barmherzigkeit wurde durch Gabriel zu Treue; sollte zu Freiheit werden.

Jesus konnte nirgends anders inkarnieren als in dem Volk Jahwes. Muriel hatte die Forderung nach Gottesfurcht, Zucht und Ordnung, Gerechtigkeit und Verantwortung gestellt. Es war eine harte Schule für das Völkchen. Der nächste Akt sollte sich auf etwas Neues konzentrieren, die Feindesliebe. Nicht mehr „Gerechtigkeit statt gnadenloser Rache“ (gerecht ist: „Auge um Auge…“), sondern nicht einmal mehr das, nur noch die Saat der Göttlichen Barmherzigkeit in den Menschen.

Es war nicht abzusehen, daß die freien Kinder, die Sternis, mehrheitlich davon etwas hören wollten, also gingen die Glieder des engsten Familienkreises als erste hinein in das neue Denken. Alle Erzis, sehr viele Engel, große Geister und schließlich auch die ersten Sternis wollten es wagen, diesen Gott verstehen zu lernen und seine Botschaft zu leben. Was daraus geworden ist, zeigt die Geschichte der letzten 2000 Jahre: So wie Jesus es sagte, fielen seine Samen unter die Disteln, bekamen keine Sonne und vertrockneten; wurden von Vögeln gefressen; manche gingen auf und kämpften sich durch; einige stehen gut da. Wie dem auch sei, die Saat ist aufgegangen, die Botschaft ist bekannt.

Erlösung im Menschen

Der Wille war eine unheilige Allianz mit der Psyche eingegangen.

Auf dieser Angst-Ebene sehen wir gelebte Polarität von sehr großer Kraft, die imstande war, eine sichtbare Welt zu erschaffen, in der von Geburt bis Tod alles spielt, was Leben genannt wird. Im Menschen, als Geschöpf Gottes, ist jedoch das göttliche Erbe vorhanden, weil die Erschaffer nichts Bleibendes hervorgebracht haben, das dies überdecken könnte. Wenn so viele Menschen das nicht mehr erkennen, so liegt es nun am fehlgeleiteten Willen, der am Willen Gottes vorbei lebt. Er verhindert das Eintreten der geheilten Seele.

Es wird nun darum gehen, den Eigenwillen auf die göttliche Ansage auszurichten, also wieder die Leitung herzustellen. Der menschliche Wille ist immer noch die größte Schubkraft in dieser Welt für das Alte; um wieviel größer ist seine Kraft, wenn er in Harmonie mit dem göttlichen kommt!

Ein Gedanke zu “Die Geschichte Teil 2

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