Schnürbodenpack

Wo ist der große Unterschied
von Höll- zu Himmelreich?
Die Chefs sind dicke Kompagnons
und wirken beide gleich.

Nach außen scheinen Feinde sie,
rabiat wie Katz und Hund.
Doch heimlich haben sie geschlossen
den Überlebensbund.

Die beiden hohen Geister gibt´s
doch nicht von ungefähr?
Wo käm in der Polarität
die Spannung denn sonst her?

Jenseits irdischen Spannungsfeldes,
da muss es sie nicht geben.
Sie sind die Kraftgeneratoren
für selbstbestimmtes Leben.

Freie Entscheidung kann darum
ohne sie nicht möglich sein.
Die eine Kraft dient dem Verbinden,
die andere dem Entzweien.
Verlässt der Mensch das Spannungsfeld,
sind Gott und Teufel abgestellt.

Den Teufel in die Wüste schicken,
das fällt wohl keinem schwer,
indes dies bei dem ´lieben Gott´
faktisch unmöglich wär.

Damit befindet sich der Falschgott
in einer irren Position.
Dem Teufel geht es an den Kragen,
der falsche Gott kriegt süßen Lohn.

Völlig zu Unrecht, wie ich meine,
denn beide wirken nur zum Scheine.
Die echten Taten bringen hervor
die kleinen Wesen im Labor.

Die kleinen Wesen im Labor,
die werden schwer getrimmt,
weil unter Druck und Hitze nur
eine Neuschöpfung beginnt.

Gedrosselt wurde ihre Kraft.
Als `Mensch´ sie jeder kennt,
während später dann im Vollbetrieb
man sie Terraner nennt.

Doch davon ahnen sie noch nichts,
die kleinen Menschenmäuse,
sie leben schon geraume Zeit
in ihrem Schutzgehäuse.

Man hält sie karg und abgeschottet
in düsteren Gefilden,
sie sollen aus sich selbst heraus
freies Bewusstsein bilden.
Freies Bewusstsein aber heißt,
sich von dem Alten trennen.
Solche Wesen würden ewig sonst
In den alten Spuren rennen.

Mit hellem Licht, da klappt das nicht.
Die Mäuse sind erfinderisch
und krabbeln stets, lässt man sie los,
wieder zurück auf Papas Schoß.

Sie wissen wo sie hingehören,
doch

FREI, FREI, FREI !
sollen sie werden!

Sie müssen sich von allen Göttern
und jeglichen Dämonen lösen,
sonst ist das ganze Großprojekt
der Neuschöpfung umsonst gewesen.
Drum Klappe zu! Hilft alles nichts!
Vollständig wird der Laden dicht.


So sprach der höchste Himmelsvater:
„Wohlan, wir bauen ein Theater!
Denn diese Menschenmäuselein,
die wollen stets beschäftigt sein,
an Langeweile gehen die ein.
Da geht es ihnen so wie mir:
Das Tätigsein ist ihr Brevier.
Mehr brauchen diese Kleinen nicht,
auf Tätigkeit sind sie erpicht.“

Der Himmelsvater hat Humor,
befielt der freien Geister Chor:
„Die kleinen Geisteslichter
halten wir etwas dichter.
Die werden jetzt erzogen
und gut zurecht gebogen.

Denn hier wächst eine Kraft heran,
die keiner wirklich bändigen kann.
Sie gehen durch des Vergessen´s Tor
und ihr spielt ihnen etwas vor!
Ihr liefert die Impulse 
vom Krimi bis zur Schnulze!

Bildet sie aus und gebt gut Acht,
dass ihr sie immer gut bewacht,
schafft auch ein Weltbild mit Bedacht.
Ihr gebt dazu die Thesen.
Ja, das war´s dann gewesen!“


Die Leute starren auf die Bühne.
Dort findet das Theater statt,
wobei ein Zuschauer nur stets
zu zahlen und zu klatschen hat.

Aus den Impulsen aber dann,
die das Theaterstück versprach,
der Zuseher was machen kann:
Emotionen wirken lange nach.

Aus den Impulsen aber dann,
die das Theaterstück versprach,
der Zuseher was machen kann:
Emotionen wirken lange nach.

Draus bilden bald sich neue Taten
mit Energien nicht zu knapp.
Solch feinstoffliche Energien,
die ernten dann die Götter ab.

Vom Geldgewinn jedoch, man kennt´s
machen die Mimen sich ´nen Lenz.
So ist´s auch gut! Die Welt ist schön
und keiner soll im Regen stehen

Rasch sind die kleinen Menschenwesen
von tiefer Dankbarkeit erfüllt,
wenn sich ihr alltägliches Dasein
recht stimmig, heiter, gut anfühlt.

Dann schickt die Seele frohgestimmt
den Dank zum Himmelsvater.
Doch ach, hier gibt es keinen Himmel,
wir sind nur im Theater.

Im Schnürboden da oben hocken
die heimlichen Gestalter
und dirigieren das Geschehen,
passend zum eigenen Wohlergehen
als irdische Verwalter.

Ihr sonderbares Walten soll
ein Mensch nun nachvollziehen.
Drum müssen sich die Regisseure
im Schnürboden, die keiner sieht,
um große Spannung stets bemühen.
Denn ohne Spannung, sapperlot,
da sterben sie den Bühnentod.

Die Menschenmäuse jedoch haben
nur ein gar kleines Leben
und schrecklich wird´s, wenn die Gestalter
ihnen die Kante geben!

Stellt Krieg und Not und Tod sich ein,
das Führungspack wird´s stets erfreuen.
Da kommt was in Bewegung,
schafft prickelnde Erregung.

Nimmt Negatives überhand,
stärkt das die Parasiten,
was wieder Heilung nach sich zieht,
die bald vorangeschritten.

Polare Kräfte treiben sich,
weil sie nicht anders können,
in deren Spannungsfeld nun Menschen
im Hamsterrade rennen.

In jedem einzelnen solchen Wicht
tobt nun die Geisteswelt, mehr nicht.
Sie ahnen nicht, dass selber sie
nun das ´Theater´ sind,
das sämtlicher Theaterdonner
sich in ihnen selbst befind´t.

Im Spannungsfeld fällt eine Kraft
über die andere her,
doch dass es ihre Kräfte sind,
begreifen sie nicht mehr.
Das treibt sie an, das wirft sie um,
das macht sie weise oder dumm.

Ein Mensch ist nun der Geisteswelt
zum Toben freigegeben,
Herausforderung ungeahnt,
das nennt man Menschenleben.

Zum Glück gibt es auch gute Zeit,
mit Frieden, Fülle, Freundlichkeit,
wo Übermut und Lebenslust
mit Blumen alle Welt bestreut.

Wenn nun ein Mensch recht glücklich
seinen Dank zum Himmel schickt,
ist´s der Dämon vom Bühnenhimmel,
der gern sich damit schmückt.

Sein Sehnen dringt gar nicht nach oben
in jene hohen Sphären,
von denen er herzklopfend ahnt,
dass dort ihm Eltern wären.

Dass seine Ahnen dort noch sind,
die ihm vorausgegangen,
dass dort der Grund des Lebens ist,
mit dem er angefangen.

Drum nützen die Gebete wenig,
die er zum  Himmel schickt.
Sein ´Postweg´ ist ein totes Gleis,
mit Falschgöttern bestückt.

Die sahnen ihn so richtig ab,
verkohlen ihn und nicht zu knapp.
und können ihn so führen,
dass sie ihn ganz blockieren.

Doch wehe, wenn ein Mensch den Weg
aus dem Theater findet,
begeistert und mit Freiheitsdrang
die Sperren überwindet,

wenn dann sogar noch Antwort kommt
aus lichten Himmelshöhen,
dann kriegt er gleich den Krankenschein,
dann ist er schizophren.

Das Schnürbodengesocks
wird solche Frechheit niemals dulden.
Anbetung ist nur ganz alleine
dem hohen Pack zu schulden.

Die wissen kaum noch ein und aus,
verüben größten Frevel
und halten unter Falschgotts Fuchtel
zusamm´ wie Pech und Schwefel.

Solange das Theater steht,
das wird man stets beweisen,
hat niemand nur das kleinste Recht,
sich davon loszueisen.
Den Weg hinaus gibt´s allemal
fürs Publikum nur horizontal.

Doch Falschgott ist der Höchste nicht.
Und gar nicht unser Vater!
Drum Vorsicht, wenn er loslegt als
hochherziger Berater.

Selbst wenn es wahr ist, was er spricht,
der Sprecher ist nichts wert.
Hängt selber schon am Galgen
und erzählt uns was vom Pferd.

Die Kräfte auf dem Schnürboden
sind längst nicht mehr in Waage.
Alles Wahre ist längst rausgedrängt,
ist eingekauft oder abgehängt.
Falschgotts Macht stellt nichts infrage.

Wer ist´s also, der so übereifrig
durch´s Gerümpel vom Schnürboden fährt?
Es ist der Scheingott aller Lügen,
der von unserer Seelenkraft zehrt.

Er ist der große Geschäftemacher
mit dem Teufel als Kompagnon.
Doch nun stürzt das finstre Theater ein,
da vergehen sie in der Sonne Schein,
sie kommen nicht davon.

Mit ihm fallen all die anderen Bestien,

(ja, jeder hat seinen persönlichen Schnürboden … )

die dort auf dem Schnürboden hausen
und sähen wir sie von Angesicht,
wir würden zu Tode uns grausen.

Es sind die elenden Lebensverweigerer,
die Dämonen des ewigen Nein.
Als Drahtzieher aller Übel wollen
von den Menschen bestätigt sie sein,
durch böse Taten und Dumm-Duselein,
durch Intrigen, Falschheit und schönen Schein.
Davon zehren Dämonen nach alter Fasson.
Doch diesmal kommt keiner von ihnen davon. 

Jetzt kommen Zweifel. Zu glauben fällt schwer,
dass das ganze grässliche Schnürbodenpack
ausschließlich krank und bösartig wär?
Das kann doch nicht wahr sein, das stimmt doch nicht?
Der Glauben an Gott ist doch wasserdicht!
Nennt der Oberste sich nicht Gott, der Herr?

Das eben ist das schleichende Gift,
die Menschen für sich zu behalten.
Falschgott sollte die Kleinen nur beschützen,
gut behüten und glücklich verwalten!
Doch in seiner Hybris glaubte er bald,
die Menschheit komplett zu besitzen.

Im Verneinen polarer Gegebenheiten
sieht er sich selbst in strahlendem Glanz,
Nichts Echtes gibt’s dann noch im Lebenstheater,
Wahrheit und Weisheit verschwinden ganz.

Darum kann Gott so verheerend sein
im privaten Menschentheater.
Blendet Mensch ignorant
seinen Schnürboden aus,
der doch in ihm ist, im eigenen Haus,
und sich bloß auf diesen Falschgott verlässt,
gibt ihm Passivität bald den letzten Rest.

Das wissen doch alle heutzutage,
es wird nur noch gelogen, ohne Frage.
Drum ist´s besser, den Schnürboden zu entrümpeln,
als blind und naiv vor sich hinzudümpeln.

Wo Gott drauf steht, ist Gott nicht mehr drin.
Die Religionen sind sämtlich ohne Sinn.
Es war wohl der einstige Chef des Theaters
unter die Parasiten gefallen.
Um das zu vertuschen, nannt´ er sich Gott.
Nun ward er der Schlimmste von allen.

Der Schnürbodengott auf goldenem Thron,
ward zur Echse mit großem Maul.
dirigiert auf der Bühne die große Revue,
doch unter den Fräcken der feinen Mäzene
und unter den Röcken der Sopranetten
ist alles stinkig, verdorben und faul.

Noch hält er sich aufrecht
dank vieler Gebete,
noch himmeln die Menschen ihn an,
sein milliardenschweres Kultunternehmen
hat´s ihnen angetan.

Muss so ein Gott nicht auch Engel haben?
Was ist denn mit denen passiert?
Gott ist doch gut, nur der Teufel ist böse?
Ist alles jetzt relativiert?

Man weiß nichts genau, doch der Engel Licht
ist im Schnürboden lang schon erloschen.
Zu lang schon hat der falsche Gott
sein leeres Stroh dort gedroschen.

Er spricht wie ein Gott und hält sich für Gott,
hat zur Wahrheit kaum noch Verbindung.
Weiter unbedarft seinen Worten zu glauben,
das kostet mich Überwindung.

Im Theater-Labor, wo der Wahnsinn tobt,
das konnte nichts sauber bleiben.
Und jeder Ausblick ist uns verwehrt,
blutverschmiert sind sämtliche Scheiben.

Die Bühnenarbeiter sind fortgegangen
bis auf einen kläglichen Rest.
Die versuchen, dass sich mit winzigen Funzeln
noch ´ne Vorstellung retten lässt.

Im Orchestergraben ist auch nichts mehr los,
man hört nur noch jämmerlich´s Kreischen.
Und auf der Bühne, das ist allbekannt,
agieren längst wandelnde Leichen.

Nur der Zuschauerraum ist noch gut gefüllt
mit Labormäuschen hoffnungsvoll.
Die haben von allem nichts mitgekriegt
und fragen sich was das soll?

Das Theater abreißen? Auf gar keinen Fall.
Wohin können wir uns dann wenden?
Wenn niemand uns sagt, was wir machen sollen,
stehend da wir mit leeren Händen?

Wir brauchen doch Führung, brauchen Kontrolle!
Wir sind doch nur ganz kleine Nieten!
Schlecht sind wir, schuldig und minderbemittelt!
Ist uns nun der Tod beschieden?

Da sag ich ganz laut und grade heraus:
Erhebet euch jetzt endlich, das Spiel ist aus! 
Steht auf aus der Horizontalen!
Aufrecht könnt ihr nun das Theater verlassen,
kein Gott und kein Teufel kann euch mehr fassen.
Und ihr müsst für nichts mehr bezahlen!


Das Theater war nicht für ewig gedacht,
nur bis es aus Menschen Terraner macht!

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