Wenn Märchen sterben

Ein deutsches Drama

Pioniere

Besinnungslos und klein,
abgeschüttelt vom Krieg
stand ich mit weichen Knien
und suchte meinen Sieg.

Stalin war angesagt
Pioniertuch sorgfältig gebunden
Im Hinterkopf Achtungszeichen:
Ein Hakenkreuz – wo gefunden?

Das dürfte gefährlich sein
Wisch weg, reiß kaputt, steck´s nicht ein.
Das Kind hat schnell gelernt,

harmlos den Mund zu halten.
Zuviel hat es mitgekriegt
vom tonlosen Flüstern der Alten
abends am Küchentisch:
„Den Herbert hat´s erwischt.“
Die Karbidlampe flackert und bleckt
und ich wurde ins Bett gesteckt,

Deutsch, Rechnen, Heimatkunde
Sozialismus  – die Welt ist schön.
Es geht vorwärts, vorwärts und vorwärts
Lasst uns nie mehr nach hinten sehen.

Kinder sind leicht zu führen,
die Eltern bestimmen das Denken,
doch plötzlich konnten weder Eltern
noch Lehrer die Kinder mehr lenken.

Klares Wissen und schlichte Vernunft
wurden verdreht und gedimmt,
so hingedeichselt, dass alles
verwackelt und verschwimmt
und als Ergebnis solcher Verblödung
Ist ein Kind wie ein Wurm gekrümmt.

Die Ziele sind leicht zu fixieren.
Etwas leisten und wollen im Leben,
Kind liegt bald flach wie ein Deckchen.
Es wird kaum noch Widerstand geben.
Je länger der Blick ins Schulbuch,
desto nachhaltiger der Genickbruch.

Je besser die Ausbildung jemand gelingt,
desto straffer hat es sich eingeklinkt
ins System der willigen Lakaien,
die glauben, dass Freie sie seien.

Das System ist uralt und genial
und dient auf jeden Fall
den Herrschaften über ihnen,
die an den Fäden ziehen.

Umerziehung

Ein rotes Geschichtsbuch Vier Köpfe drauf
Überall geht nun die Sonne auf.
Zwölf Jahre Deutschland nun ausradiert
Und niemand ahnte wohin das führt.


Induziertes Hirnverkleistern 
in einer krampfhaft heilen Welt.
Täuschend, wirbelnd, drehend
wird ein Paradigma erstellt.

Viele Worte entstehen neu,
Worte die keiner mag
Jenseits von Leben und Formen
als grauer Verstandesbelag.

Worte, die sich nicht verdichten lassen.
Worte seelisch nicht zu erfassen
Im Hirn neue Software installiert
Keiner weiß wohin das führt.

Das holpert und stolpert vor sich hin.
Schablonen und Stoppschilder
hängen in meiner Sprache drin.
Aber wo ist der Sinn?

Software sagt mir noch nichts.
Wird erst viel später erfunden,
trotzdem längst implantiert
und  unwissend eingebunden.

So können die Wortungetüme
und Buchstabengestalten
ihre unheilvolle Wirkung entfalten.
Veränderte Sprache verändert die Welt,
verdumme das Volk, verdiene Geld.

Solche Sprachtechnisierung bewirkt,
dass sich hinter dem Sprachverständnis 
etwas Kaltes und Unheimliches verbirgt.

Dies wird jetzt still im Hintergrund
unbekannte Programme verrichten.
Und was nicht weiter gedacht werden darf,
stillschweigend vernichten.
Das stört, dennoch werde ich mit Mühe und Not
meiner Mutter Sprache mir weiter verdichten.

Es ist mir wie ein Strohhalm,
der rettet mich vor dem Ertrinken.
Meine Gedanken in meiner Muttersprache
retten mich vor dem Versinken
ins Nichts, zu einer stillgelegten Spur.
Mein Vaterland, was war das nur?

DDR und BRD – das tut weh.
Auf meinen Synapsen liegt Schnee
Das ist Nichts. Tote Begriffe,
die das Steuer blockieren
auf meinem Lebensschiffe.

Sozialismus

Doch zu glatt ist die Propaganda
Zweifel sind angesagt
löchrig verkrampfte Pläne
an denen der Mangel nagt.

Stillschweigend verebbt die Hoffnung
Alle Pläne  gehen dahin
Wir sind sowieso nicht mehr Deutschland
Denn bei uns ist der Russe drin.

Im Westen ist alles besser
Ein Paradies reich – voller Glanz.
Wie einst das goldene Kalb,
wird die Amikultur hier umtanzt.

Da kann man sich dran gewöhnen
Das ist ein guter Schritt
Unsere Deutschlandvergessenheit
nehmen wir alle mit.

Auch ´drüben´ geht´s nun Schlag auf Schlag
wie mit dem Presslufthammer:
„Nie wieder Nazis, Krieg und Faschismus!“
und all der übliche Jammer.

Nach kurzer Zeit stellten wir Ossis fest
nach den kargen östlichen Jahren:
Die im Westen tun nur so als ob,
die sind linker, als wir jemals waren.

Sozialismus war für uns Fassade
War eine Schimäre, ein Trug
Wir kannten die linken Gedanken,
und waren bedient genug.
Wir sahen deren Fruchtlosigkeit,
und unsere verlorene Zeit.

Im Westen waren inzwischen auch
die linken Pflänzchen gesprossen,
doch nicht mehr aus der Arbeiterklasse:
aus Genießern und nicht aus Genossen.

Der Boden war ein ganz anderer,
auf dem solche Gedanke gekeimt,
hier hatt´ sich die Jungschickeria
unterm linken Banner vereint. 

So war der Sozialismus
zu etwas anderem mutiert.
Das hat zu noch weniger Deutschland
und zu mehr Multikulti geführt.

Östlich sorgte das Linke für Mangel
und westlich für Dekadenz
Östlich fraß es die einfachen Leute
und im Westen die Intelligenz

Nazis überall

Mein Deutschland wo war es geblieben?
Keine Träne weint dir jemand nach,
deine Seele wurde zertreten
durch Lüge, Schande und Schmach.

Du bist versteckt unterm Trauertuch
von Krieg, Blutsfahnen und Tränen.
Wer kann dich mein lieb Vaterland
jemals noch ohne Scham erwähnen?

Durften denn Deutsche noch lachen
in Anbetracht ihrer Verbrechen?
Oh ja, das Lachen ist ihnen erlaubt,
solange sie dafür blechen.

Wir sehnten uns nach Deutschland
nach Wohlstand und Zuversicht.
Wir glaubten, der Westen sei Deutschland,
aber der war es nicht.

Hier vereinigten sich zwei Kranke.
Das hatten wir nicht gewusst.
Unsere Hoffnung hat aller paar Jahre
auf´s Neue sterben gemusst.

Wenn linke Ideen Menschen auspressen, 
so ist das schlimm,
doch wenn linke Ideen die Jugend zerfressen,
rafft´s ein Volk dahin.

Und immer wieder der Naziwahn.
Deutschland, was hat man dir angetan?
Komplett induziertes Irresein
für Jung und Alt, für Groß und Klein.

Die Nazis wurden stets neugeboren
als Buhmänner für alle Zeiten
Der endlose schäbige Affentanz
sollte Osten wie Westen begleiten.
Verräter wurden Helden und Helden Verräter
und alle wurden immer verdrehter.

Längst war das alte Hitlerreich
zum  Höllenpfuhl mutiert,
wehe dem, der noch ein gutes Wort
über´s frühere Deutschland verliert.

Heimatgefühl war abgesagt,
das kaum noch existierte
und nun die Jugend hemmungslos
zum US-Lifestyle führte.

Oh welche Freude – neues Licht
am trüben Horizont.
Schon wieder wird es besser, besser –
das waren wir schon gewohnt.

Ganz stille durch die Hintertür
wurde Deutschland umgebaut.
Wobei man beide Landesteile 
umformatierte und dirigierte 
und alle zwei in die Pfanne haut.

Ein leises Hoffen keimte auf 
im Westen wie im Osten
Wir können endlich nun auf Einheit
und Deutschlands Freiheit hoffen.

In Wechselbädern von Hoffnung
wollten wir immer höher steigen
und sahen doch unsere Möglichkeiten
sich dem bitteren Ende zuneigen.

Geschäfte

Der Russe zieht nun ein den Schwanz
Der Ami übernimmt uns ganz
Nach Jahren dämmert´s allen Deutschen
Was ist da wieder schiefgegangen?
Man hat uns wieder mal getäuscht
Man hat uns wieder aufgehangen.

Und wieder rattert´s im Getriebe 
der lukrativen Kassen
Völkerumschichtung großen Stils,
das muss sich rechnen lassen.
Zum nächsten Male: Hoch die Tassen!


Freude schöner Götterfunken,
Künstler spreizen sich gekonnt
Wo doch nur eine Schimäre
sich in eitler Selbstsucht sonnt.

Zum wiederholten Male
sitzen wir in der Falle,
leider reicht das Glück nicht für alle.
Fast berstet vor Stolz der atlantische Bund
Das bekannte Klientel stößt sich gesund.

Was nicht bedeutet, dass wir darben
und Hunger leiden müssen
Oh  nein, wir fielen wieder auf
ein sanftes Ruhekissen.

Drum lasst uns weiter lustig sein,
lasst feiern uns und prahlen
wir werden fortan meisterlich
für die ganze Welt bezahlen.

Es wäre noch Krieg? Wer sagt denn das?
Hat es je einen Krieg gegeben?
Es gibt nur ein ganz wunderbares
und supertolles Leben.

Die alten Menschen, die noch wussten,
dass hier alles auf Lügen fußte
und dass die ganze Illusion
sich irgendwann auflösen musste,
die wurden immer rarer.
In der Jugend wuchs das Unbehagen:
Deutschland ist immer noch zerschlagen.
Das wurde immer klarer.


Nur Hitler stieg aus seinem Sarg
in den täglichen Tagesschauen
und arme Juden mühten sich redlich,
ihren Holo durchzukauen.

Kampf gegen rechts erschütterte
das Volk zu jeder Stunde
und  ´Nazis raus´, erklang fortan
sogar aus Kindermunde.

Das zeigt den Zustand meines Landes
in seiner allertiefsten Not
Nach siebzig Jahren Paralyse
waren selbst die Kinder geistig tot.

Die Deutschen und die Amis schienen
ein herrlich´ Liebespärchen
Wer alles oberflächlich sah,
der fühlt sich wie im Märchen.

Wie schön nach außen, wäre da nicht
ein tiefes Unbehagen
Was kratzt da an dem schönen Schein?
Wer wagt was anzuklagen?


Unser täglich Schuld …

Hitler ist uns unersetzlich
Und die Juden sowieso.
Herr, gib uns unser täglich Schuld,
das macht den Michel froh.

Unsere Schmach, stets frisch poliert,
wird allen Deutschen vorgeführt.
Wie happy hier doch alles sei
Im bundesdeutschen Einerlei.

Wie glücklich wir uns schätzen dürften
nun aller Welt zu dienen
und die Milliarden hinzureichen,
um unsere Schuld zu sühnen

Die Nazis sind an allem schuld,
die braucht man zum Verriss,
auf denen gründet einzig sich
der riesige Beschiss.

Die Marionetten tänzeln
geschäftig hin und her,
dass bloß kein Deutscher munter
oder gar aufmüpfig wär.

Das geht nun überhaupt nicht:
Deutsche Schuld infrage stellen!
Die Zwangsjacke ist nun verschnürt,
Die Höllenhunde bellen.

Deutschland mein armes Vaterland
Was ist aus dir geworden?
Von Fremden bist du überrannt,
die rauben, plündern, morden.

Sie fühlen sich als Herrscherkaste
werden vom Staat hofiert,
dass noch der letzte deutsche Landsmann
seine Selbstachtung verliert.

Das andere ist ihm schon genommen,
Stolz, Sprache und Kultur
Er ballt die Fäuste in den Taschen
in letzter Ohnmacht nur.

Wie konnte das nur kommen?
Brachial und vehement
ward in Besitz genommen
das deutsche Element.

Was sind das für Verbrecher
dort an des Staates Spitze?
Die sind dem eigenen Volk zum Schaden
und Deutschlands Feinden nütze.

Ein heimlich stilles Hoffen keimt,
gedenkend alter Zeiten:
Wollt nicht die abgesetzte Wehrmacht
dem Volk den Weg bereiten,
die Feinde in die Knie zu zwingen
um doch den Sieg noch zu erringen?

Hat nicht manch hoher Politiker
dies Deutsche Reich bestätigt?
Stets neu kamen Gerüchte auf,
es wäre noch nicht erledigt.

Doch ach, sie kamen nie und nimmer
mit ihren Untertassen,
das war der schmählichste Verrat,
nun sind wir ganz verlassen.

Letzte Hoffnung dahin

Verrat auf ganzer Linie
bis übern Tod hinaus,
das Reich kommt nie und nimmer mehr.
Mit Deutschland ist es aus.
Derweilen steigt die Echsenraute
mit Ombambu ins Bett –
erfreut, dass sich ihr Liebeswunsch
nun bald erfüllet hätt.

Die Weltordnung ganz unterirdisch
gluckst hoch schon als Morast,
der alles aussaugt und erwürgt,
was nicht ins Schema passt.

Dann kann sie endlich schalten walten,
Deutschland zum Drecksloch umgestalten,
nun hat sie endlich es geschafft.
Denn Deutschland ist ihr ekelhaft.

Sie liebt nun mal den Höhenrausch,
sie hat´s mit brauner Soße,
was sie schon auf dem Gewissen hat,
tritt sie nun in die Gosse.

Was sind das für Gestalten?
Michel die Haare rauft.
Die sollten uns verwalten,
aber haben uns verkauft.

Die haben uns doch glatt
unsern Zerstörern preisgegeben,
die wollen nicht bloß unser Geld!
Die nehmen uns das Leben!

Deutschland ist hoffnungslos verloren
Das gibt es keine Frage.
Jetzt ist´s soweit,
dass man mein Volk
endlich zu Grabe trage.

So will ich nun in größter Not
mein armes Volk begleiten,
muss es in letzter Stunde doch
zur Hinrichtung nun schreiten.

So will ich meines lieben Volkes
ein letztes Mal gedenken
und euch, damit ihr nicht so weint.
nun reinen Wein einschenken.

Hinrichtung

Der arme Michel lag gefesselt
nun auf dem Schlachtebrett,
Gehorsam stirbt der Deutsche aus,
ergeben, lieb und nett.

Derweil der Schlachter ungerührt
sein großer Messer wetzt
damit er es dem Michel gleich
an seine Kehle setzt.

Er will ihn ja nicht schikanieren,
das lohnt sich nicht die Mühe,
er wird geschickt ihn filetieren,
dass er draus Nutzen ziehe.

Da fällt dem armen Michel ein,
ein allerletztes Wort muss sein.
In Michels Kopf war leider nur
Gehäckseltes noch drin,
Ein einzig´s abrufbares Mantra
fand er noch tief im Sinn.

Das war im Kopf so eingefleischt,
so tierisch eingefressen,
stürb´ Michel tausend Tode gleich,
er könnt´ es nie vergessen.

Der Schlachter will den Delinquenten
beim letzten Wort nicht stören,
schaut still und andachtsvoll zur Decke,
um Michel anzuhören.

In Kürze ist´s mit dem geschehen,
dann ist es mit ihm aus.
Schon kräht der dumme Michel los:
„Nazis raus! Nazis raus!“

Da fiel dem bösen Schlachter glatt
das Messer aus der Hand,
fortan entfloh dem harten Hund
sein bisschen Restverstand.

Die Supergrätsche! Unbegreiflich!
Wie kann der sowas sagen?
Der deutsche Michel kann sich wohl
nun selbst nicht mehr ertragen?

Er brach zusammen und weinte,
der Michel aber greinte,
noch liegend auf dem Schlachtebrett,
dass er noch was zu regeln hätt.

Er müsste doch sein Todesurteil
vorher noch unterschreiben.
Der Michel war stets ordentlich
und das soll auch so bleiben.

Wie Michel sich nun mühsam
aus den Fesseln winden muss,
erhebt notwendig er den Arm
zu einem Hitlergruß.

Das war dem Metzger nun zuviel
Bei ihm hat´s ausgehakt.
Seine Programme drehten durch,
der hat nichts mehr gesagt.

Dies `Nazis raus` in letzter Stunde,
war Michels  Zauberwort:
Sein Nazi war nun rausgekommen,
stand höchstpersönlich dort.

Wie Hitler einst stand Michel nun
wie ein flügelstarker Aar
und stammelte: „Heil..l.l…lass mich noch
signieren das Formular!“

Der Delinquent steht grad und fest
nun wie ´ne deutsche Eiche:
„Denn ohne meine Unterschrift
gibt´s auch nicht meine Leiche.“

Da wagt der Nazi doch den Akt
der Hinrichtung zu stören
und schnarrt in Richtung Messermeister
nach Adolfs alter Redeweise:
„Ich will euch wieder föhren!
Was ist das für ein Saustall hier
ohn´ Fleiß und Disziplin?“

Seitdem ist Ruhe im Karton
und finster in Berlin.

*
Oh ja, die bösen Nazis – nun
die hat es nie gegeben.
Doch weil sie wer erfunden hat
mein Volk damit geschunden hat
und tief in Schuld gebunden hat,
treten sie jetzt ins Leben.

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